Zudem wird aufgezeigt, dass die US-Armee von den Folterungen wusste, oft aber nicht einschritt.

Wikileaks sprach von «Kriegsverbrechen», aus den USA kam Protest. «Diese Veröffentlichung zeigt nur die Wahrheit», sagte Wikileaks-Mitbegründer Julian Assange am Samstag in London. In Zeiten des Krieges werde die Wahrheit bereits lange vor Beginn des Einsatzes und auch danach noch bedroht. «Wir hoffen, dass wir einige dieser Angriffe auf die Wahrheit korrigieren können.» Die Dokumente seien redaktionell so bearbeitet, dass niemand gefährdet werde.

Das Portal hatte die Dokumente zuvor trotz vehementen Widerstands aus Washington veröffentlicht. Die Unterlagen stammen laut Wikileaks aus «einer Datenbank des Pentagon» aus der Zeit vom 1. Januar 2004 bis zum 31. Dezember 2009. Sie dokumentieren den blutigen Alltag des Krieges und illustrieren die Hilflosigkeit der US-Truppen angesichts des zunehmenden Chaos im Irak.

Folterungen und Kriegsverbrechen

Belegt werden brutale Folterungen Inhaftierter durch irakische Sicherheitskräfte. Wikileaks sprach von «zahlreichen Fällen von Kriegsverbrechen». Aus den Dokumenten geht zudem hervor, dass die US-Armee trotz ihres Wissens nicht einschritt.

In einem Bericht von US-Militärs wird etwa beschrieben, wie in einem Gefängnis in Bagdad 95 Gefangene mit verbundenen Augen ausharren mussten. Viele hätten Brandverletzungen durch Zigaretten, Blutergüsse durch Schläge und offene Wunden gehabt.

Die Unterlagen dokumentieren auch, dass an Strassensperren mit US-Soldaten hunderte irakische Zivilisten getötet wurden. Einer internen Aufstellung der Armee zufolge wurden zwischen 2003 und 2009 insgesamt etwa 109 000 Iraker getötet, 63 Prozent von ihnen Zivilisten.