GuttenPlag

«Doktor aalglatt»: Jetzt nehmen ihn Blogger auseinander

Theodor-Karl zu Guttenberg vulgo «Doktor aalglatt»: Seine Dissertation enthält massenhaft Passagen, die er bei anderen kopierte.

Theodor-Karl zu Guttenberg vulgo «Doktor aalglatt»: Seine Dissertation enthält massenhaft Passagen, die er bei anderen kopierte.

In der Dissertation des deutschen Verteidigungs-Ministers Karl-Theodor zu Guttenberg entdecken Blogger immer mehr Passagen, die stinkfrech von anderen kopiert wurden. Nun fragt sich Berlin: Hat er seine Doktor-Arbeit gar nicht selbst geschrieben?

Karl-Theoder zu Guttenberg ist der Shooting-Star unter den bürgerlichen deutschen Politikern. Das CSU-Mitglied legte eine steile Karriere in Berlin hin und ist heute der Verteidigungsminister im Kabinett Merkel.

Karl-Theodor-Superstar machte alles richtig und schaffte es auch, während seiner aktiven Politikerzeit, in der er in x Gremien mitarbeitete, nebenher noch seine Doktor-Arbeit zu verfassen. Einige politische Gegner begegneten ihm zwar schon immer mit Misstrauen. Zu allglatt sei er, monierten sie unter anderem. Doch bisher prallte alle Kritik an seinem beinahe makellosen Leistungsausweis ab.

Doch seit wenigen Tagen ist der Nimbus der Unfehlbarkeit weg.

Der Herr Doktor hat seinen Titel wohl mit Hilfe zahlreicher Textpassagen erarbeitet, ohne die wahren Urheber zu nennen. Als die ersten Berichte darüber in der Presse erschienen, stritt er alles ab.

Das hätte er wohl besser nicht getan, denn durch diese Aktion provozierte er die deutsche Blog-Gemeinde. Die macht sich nun genüsslich daran, seine Dissertation im Detail auseinanderzunehmen und Passagen zu suchen, die im Internet oder anderen Datenbanken bereits existieren. Die Funde sind durchaus beachtlich und auf dem Wiki «GuttenPlag» (Guttenberg-Plagiat) säuberlich aufgelistet.

Neben Artikeln in der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» und der «NZZ am Sonntag» enthält seine Doktorarbeit - mit Bestauszeichnung «Summa cum laude» abgenommen - auch Passagen aus einem Reiseführer. Die Texte sind praktisch wortgleich, manchmal wurden kunstvoll einige Füllwörter eingewoben oder Namen geändert.

Jetzt fragt sich die Polit- und Medienszene Deutschlands: Kann es sein, dass Guttenberg so dumm ist, seine eigene Dissertation mit zusammenramüsierten Texten zu garnieren? Oder hat er sie wohmöglich gar nicht selbst geschrieben sondern bei einem schlampigen Ghostwriter in Auftrag gegeben? Eine These, die die «Süddeutsche Zeitung» für plausibel hält. Denn während der Zeit seiner «Diss» sei er ein überaus «beschäftigter» Mann gewesen.

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