Rousseff erhielt mit 56,06 Prozent der Stimmen rund zwölf Prozent mehr als ihr Herausforderer, São Paulos Ex-Gouverneur Serra, der auf 43,95 Prozent kam. Die 62-jährige Rousseff ist Wunschkandidatin von Staatschef Luiz Inácio Lula da Silva, der nach zwei Amtszeiten nicht mehr antreten durfte.

Nach Verkündung ihres Wahlsiegs dankte Rousseff allen Brasilianern und versprach, ihr Vertrauen nicht zu enttäuschen. Die Wirtschaftsexpertin kündigte an, den Kurs ihres populären Vorgängers fortzusetzen. Dazu zähle vor allem der Kampf gegen Armut, für Demokratie und Menschenrechte.

Verlierer gibt sich kämpferisch

Nach einem harten Wahlkampf zeigte sich Rousseff am Wahlabend versöhnlich gegenüber ihrem Gegner Serra und sagte, sie "reiche ihm die Hand". Serra gratulierte zwar der Wahlsiegerin, zeigte sich aber gleichzeitig zu einer harten Opposition bereit.

Rousseff war Lulas Kandidatin und profitierte von seiner Unterstützung: Der frühere Gewerkschafter holte sie 2003 als Energieministerin in sein Kabinett, machte sie 2005 zur Kabinettschefin und baute sie systematisch zu seiner Nachfolgerin auf.

Dass sie nicht schon bei der ersten Runde vor einem Monat gewählt wurde, lag an Grünen-Kandidatin Marina Silva, die überraschend auf 19 Prozent kam und ihr damit die absolute Mehrheit nahm.

Nach dem Ende der Diktatur gehörte Rousseff zu den Neugründern der brasilianischen Arbeiterpartei. Sie gilt als wenig charismatische, aber überaus hartnäckige Technokratin. Ihr kompromissloser Führungsstil brachte ihr in den Medien den Spitznamen "Eiserne Lady" ein. Sie übernimmt ihr neues Amt am 1. Januar 2011.