Es ist das US-Sportereignis des Jahres. Millionen von Zuschauern hat das Finale der National Football League, Millionen geben die Unternehmen dementsprechend aus für einen TV-Spot in der begehrten Halbzeitpause.

So auch «84 Lumber». Zu sehen war allerdings nicht alles, was der US-Baumarktkette zeigen wollte. 

Unter dem Motto «Der Wille, etwas zu erreichen, ist bei uns immer willkommen». zeigte «84 Lumber» die Flucht einer Mexikanerin und ihrer Tochter. Allerdings nur den ersten Teil der Reise. Der Moment, in dem Mutter und Tochter an der Grenze zu den USA vor einer Mauer stehen, wollte der Trump-nahe Sender «Fox» nicht zeigen, wie unter anderem die «Frankfurter Allgemeine» berichtet. Grund: «zu politisch».

US-Präsident Donald Trump hatte angekündigt, eine ebensolche Mauer an der Grenze zu Mexiko bauen zu wollen.

Auf Youtube oder der Webseite des Unternehmens kann man sehen, wie die Reise für die beiden ausgeht: Es öffnet sich ein grosses Tor in der Mauer und Mutter und Kind gehen Hand in Hand hindurch der Sonne entgegen.

«Unternehmen wurde gezwungen, seinen TV-Spot abzuändern», twittert die Washington Post.

Das Video ist auf Youtube mittlerweile rund zwei Millionen Mal aufgerufen worden. «Gilt als zu kontrovers fürs Fernsehen und wurde deshalb aus der Sendung verbannt», schreibt «84 Lumber» dort zum Video.

Noch mehr Anti-Trump-Parolen

Der Spot war nicht der einzige Pausen-Auftritt, der auf die derzeitige politische Lage in den USA und die Einwanderungspolitik von US-Präsident Donald Trump anspielte.

Bierbrauer «Budweiser» sorgte mit seinem Spot schon vor der Ausstrahlung für Diskussionen. Der Film zeigt die Anfänge der Biermarke, die 1876 von deutschen Einwanderern aus der böhmischen Stadt Budweis gegründet wurde.

«Born The Hard Way»: Der Super-Bowl-Spot 2017 von «Budweiser»

«Born The Hard Way»: Der Super-Bowl-Spot 2017 von «Budweiser»

Rechtsgerichtete Medien wie Breitbart und Fox machten den Clip prompt zu einem Statement gegen Trumps Einwanderungspolitik – und haben so wohl eher Werbung gemacht für die Reklame.

Auch die Botschaft der Online-Plattform «Airbnb» war deutlich: Im 30 Sekunden langen Werbespot waren eine Reihe Gesichter von Menschen verschiedener Herkunft, Geschlechter und Alter zu sehen, darunter die Textzeile: «Egal wer du bist, woher du kommst, wen du liebst oder anbetest, wir gehören alle dazu. Die Welt ist umso schöner, je mehr wir das akzeptieren.»

«We Accept» – «Wir akzeptieren»: Der Super-Bowl-Spot von Airbnb

«We Accept» – «Wir akzeptieren»: Der Super-Bowl-Spot von Airbnb

Im Werbespot von Coca-Cola wird das patriotische Lied «America the Beautiful» in verschiedenen Sprachen gesungen, dazu erscheinen Bilder von Menschen verschiedenen Alters und verschiedener Kulturen.

Coca-Cola Spot «It's Beautiful»

Nicht mehr ganz frisch und trotzdem aktuell: Coca-Cola Spot «It's Beautiful»

Diese Werbung, die schon 2014 während des Super Bowl lief, habe die meisten positiven Nachrichten auf Twitter ausgelöst, erklärte das Marktforschungsunternehmen TD America Ad Challenge. (sda/watson/nch)