Syrien

Die syrische Armee geht mit neuen Angriffen gegen Homs vor

Knaben betrachten Schusslöcher in Sarmin(Archiv)

Knaben betrachten Schusslöcher in Sarmin(Archiv)

Die syrische Armee hat nach Angaben aus syrischen Sicherheitskreisen einen Bodenangriff auf die Stadt Homs gestartet. Der Angriff habe am Dienstagabend begonnen und ziele auf das Stadtviertel Baba Amro, hiess es am Mittwoch in Damaskus.

"Der Bereich ist unter Kontrolle. Die Armee hat bereits eine Säuberung Block für Block, Haus für Haus vorgenommen, und jetzt durchforsten die Soldaten jeden Keller und jeden Tunnel auf der Suche nach Waffen und Terroristen", sagte ein Vertreter der Sicherheitsbehörden.

Die Infanterie-Einheiten versuchten offenbar, das Viertel Baba Amro zu überrennen, sagte ein Aktivist. Er berichtete von heftigen Kämpfen mit Maschinengewehrfeuer.

Der Aktivist Hadi Abdallah vom Syrischen Revolutionsausschuss sagte, am Vortag habe die Armee einen Geheimtunnel der Rebellen entdeckt und zerstört, der Baba Amro mit einem nahegelegenen Dorf verbunden hatte. Dies sei die einzige Verbindung der eingeschlossenen Menschen zur Aussenwelt gewesen, sagte Abdallah.

Kofi Annan reist in die Region

Auf der Suche nach einer Lösung für den Syrien-Konflikt reist Kofi Annan, neu ernannter Sonderbeauftragter der UNO und der Arabischen Liga für Syrien, zu Konsultationen in den Nahen Osten. Dies gab die UNO in Genf bekannt.

Der frühere UNO-Generalsekretär werde am Freitag in Kairo zu Gesprächen mit dem Generalsekretär der Arabischen Liga, Nabil al-Arabi, erwartet. Anschliessend werde er "andere Länder der Region" besuchen.

USA nehmen neuen Anlauf

Die USA bereiten laut UNO-Diplomaten einen neuen UNO-Resolutionsentwurf vor. Im Mittelpunkt des Textes stehe die humanitäre Hilfe für die von der syrischen Armee belagerten Städte. Damit hoffe der Westen, Russland und China davon überzeugen zu können, eine Resolution nicht erneut zu blockieren.

Zwei UNO-Resolutionen zu Syrien sind im Sicherheitsrat bereits am Widerstand der Veto-Mächte Russland und China gescheitert. Die beiden ständigen Mitglieder des Sicherheitsrats hatten ihr Veto damit begründet, darin werde nur die Gewalt der syrischen Sicherheitskräfte, nicht aber diejenige der Rebellen verurteilt.

China forderte die internationale Gemeinschaft zu umfassenden Hilfsleistungen an die syrische Bevölkerung auf. Aussenminister Yang Jiechi habe den Generalsekretär der Arabischen Liga und die Aussenminister Saudi-Arabiens und Algeriens in Telefongesprächen auf die Notwendigkeit humanitärer Hilfe aufmerksam gemacht, sagte ein Sprecher des chinesischen Aussenministeriums.

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