Ukraine

Die Ruhe vor dem Sturm? Ukrainische Soldaten in Mariupol erwarten Angriff

Ukrainische Soldaten in Mariupol ruhen sich aus.

Ukrainische Soldaten in Mariupol ruhen sich aus.

Die OSZE-Beobachtermission in der Ukraine bestätigt «verstärkte militärische Aktivitäten» im Osten der ukrainischen Hafenstadt Mariupol. Die Beobachter sprechen von Truppenaktivitäten, brennenden Feldern und Berichten von Artilleriefeuer.

Kurz vor einer erwarteten Einigung auf eine Feuerpause in der Ostukraine gehen die Kämpfe weiter. In Mariupol war am Freitagmorgen Gefechtslärm zu hören. Gefechte und Explosionen wurden auch aus der Stadt Donezk gemeldet, unter anderem nahe des Flughafens.

"Unsere Artillerie ist angekommen und wird gegen die Rebellen in Stellung gebracht", sagte der Bürgermeister der Hafenstadt Mariupol, Juri Chotlubej, dem TV-Sender 112.

Der Kommandant einer ukrainischen Miliz sagte, sie sei die ganze Nacht über von den prorussischen Aufständischen beschossen worden. Der Vorstoss der Rebellen werde weiter abgewehrt. "Sie stehen uns mit Panzern und Artillerie gegenüber", fügte er hinzu.

Tweet des BILD-Reporters Paul Ronzheimer

Vertreter der Separatisten sagten der Agentur Interfax, dass bei den Kämpfen um Mariupol am Donnerstag rund 50 ukrainische Soldaten getötet oder verwundet worden seien. Die Hafenstadt am Asowschen Meer mit rund einer halben Million Einwohner ist strategisch wichtig gelegen, etwa auf halbem Weg zwischen der russischen Grenze und der von Russland annektierten Halbinsel Krim. Zudem ist sie bedeutend für den ukrainischen Stahlexport.

(Quelle: Youtube / Град біля Маріуполя)

Video zeigt einen Angriff mit Grad-Raketen vor Mariupol

Vertreter der Ukraine und der Rebellen sollen sich im Laufe des Tages in Minsk in Weissrussland treffen. Damit verbunden ist eine Hoffnung auf einen Waffenstillstand.

(Quelle: Youtube / Al Jazeera English)

Ukraine rebels advance towards Mariupol

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko hatte im Vorfeld seine Bereitschaft zur Unterzeichnung einer Vereinbarung über eine Feuerpause erklärt, sofern das Treffen zwischen Vertretern Kiews, Moskaus, der prorussischen Separatisten und der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) wie geplant stattfinde. Auch die Rebellen im Osten der Ukraine haben ihre grundsätzliche Bereitschaft zu einer Waffenruhe erklärt.

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