USA

Die drei Opfer von Boston: Ein Kind, eine Studentin und eine Managerin

Nun ist die Identität der drei am Boston Marathon getöteten Menschen bekannt. Eine chinesische Studentin, eine Managerin und ein achtjähriger Knabe starben. Die beiden tödlichen Bomben wurden offenbar aus Dampfkochtöpfen zusammengebaut.

Nach dem Bombenanschlag auf den Boston-Marathon sind die Identitäten der drei Todesopfer geklärt. Neben dem achtjährigen Martin Richard wurden die 29 Jahre alte Restaurant-Managerin Krystle Campbell und eine chinesische Studentin von der Universität Boston getötet. Das chinesische Konsulat in New York bestätigte die Nationalität des Opfers. Ihre Familie habe jedoch darum gebeten, die genaue Identität nicht öffentlich zu machen.

Alle drei Todesopfer waren Zuschauer und hatten zusammen mit Freunden oder Verwandten in der Nähe der Zielline gewartet, als die beiden Sprengsätze kurz hintereinander explodierten. Der achtjähriger Junge wollte dabei seinen Vater an der Ziellinie anfeuern. Seine Schwester verlor bei dem Anschlag ein Bein, die Mutter erlitt Kopfverletzungen. Mehr als 170 Menschen wurden bei dem Anschlag am Montag verletzt.

Noch immer kein Verdacht

Nach dem Bombenanschlag auf den Marathon von Boston mit drei Toten haben die Ermittler noch keinen Hinweis auf die Täter. Niemand habe sich zu der Tat bekannt, die Ermittlungen gingen in alle Richtungen, teilte die Bundespolizei FBI am Dienstag mit.

"Die Bandbreite der Verdächtigen und der Motive bleibt gross", sagte der leitende FBI-Agent Rick DesLauriers. Demnach wurden aber erste Spuren gesichert. Im FBI-Labor in Quantico im US-Bundesstaat Virginia würden Metallteile untersucht sowie Reste von schwarzen Nylon-Taschen und von Schnellkochtöpfen.

Am Boston Marathon gehen Bombon hoch

Die Ermittler gehen davon aus, dass die Bomben aus Schnellkochtöpfen gebaut wurden, die in den Taschen versteckt wurden. Offenbar wurden die Sprengsätze mit zahlreichen Metallteilen wie Nägeln gespickt, um möglichst grossen Schaden anzurichten.

Bevölkerung soll mithelfen

Ärzte berichteten, dass vielen Verwundeten "kleine metallische Fragmente" wie Nägel und Kugeln herausoperiert worden seien. Mehreren Patienten hätten die Beine amputiert werden müssen.

Die Bundespolizei FBI und die Polizei von Boston baten die Bevölkerung um Mithilfe. Aufnahmen, die unmittelbar vor und unmittelbar nach den Explosionen gemacht worden seien, seien besonders wichtig für die Ermittlungen, sagte der örtliche Polizeichef Ed Davis.

DesLauriers rief Mitarbeiter von Restaurants und Geschäften in der Nähe des Anschlagsortes auf, Bilder von Überwachungskameras zur Verfügung zu stellen. "Jemand weiss, wer das getan hat", sagte er. "Die Zusammenarbeit mit der Öffentlichkeit wird eine entscheidende Rolle bei den Ermittlungen spielen."

2000 Hinweise

Bis Dienstagmittag (Ortszeit) gingen nach Angaben der Ermittler mehr als 2000 Hinweise aus der Bevölkerung ein. Laut DesLauriers wurden bereits viele Stunden Filmmaterial und zahlreiche Fotos gesichtet und analysiert. Ein 1000-köpfiges Team ermittle rund um die Uhr.

Die zwei Explosionen hatten am Montag den Zielbereich des traditionsreichen Marathonlaufs in Boston erschüttert. Drei Menschen wurden nach Polizeiangaben getötet und 176 weitere verletzt. 17 Verletzte befanden sich am Dienstag in einem "kritischen Zustand".

Gebete für Opfer

Am Dienstagabend (Ortszeit) versammelten sich mehr als 1000 Menschen, vor allem Angehörige und Freunde, in einem Park nahe des Hauses des Jungen zu einer Kerzenwache mit Gebeten. Auch an anderen Orten in Boston kamen Menschen zu Gedenkveranstaltungen mit Gesang, Gebeten und Kranzniederlegungen zusammen.

US-Präsident Barack Obama will am Donnerstag in Boston bei einem interkonfessionellen Gottesdienst für die Opfer des Anschlags eine Rede halten, wie das Weisse Haus mitteilte. (sda/rsn)

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