Ein Grund dafür seien die festgefahrenen Verhandlungen zwischen der EU und der Türkei über die Umsetzung der Bedingungen für die Visafreiheit, berichtete die "Bild"-Zeitung am Montag unter Berufung auf Regierungskreise.

Diese Verhandlungen könnten nicht mehr bis Ende Juni abgeschlossen werden. Zentraler Knackpunkt ist die von der EU geforderte Änderung des umstrittenen Anti-Terror-Gesetzes, die der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan strikt ablehnt.

Im Zuge des Flüchtlingsabkommens hatte die EU Ankara die Visafreiheit für türkische Bürger ab Juli zugesagt - wenn die Türkei bis dahin 72 zuvor festgelegte Bedingungen erfüllt. Dazu gehört eine klarere Fassung eines Paragraphen des Anti-Terror-Gesetzes, damit Journalisten oder Regierungskritiker nicht länger ohne konkrete Verdachtsmomente strafrechtlich verfolgt werden können.