Schweiz als Vorbild

Deutsche Neo-Nazis missbrauchen das Matterhorn

Mit «Vorbild Schweiz» will die NPD für die Ausschaffung werben. (Bild: npd.ch)

Matterhorn als Postkartensujet

Mit «Vorbild Schweiz» will die NPD für die Ausschaffung werben. (Bild: npd.ch)

Die Nationaldemokratische Partei Deutschland stellt die Schweiz als Vorbild hin und verwendet das Matterhorn als Werbesymbol. Werben wollen die Neo-Nazis mit Postkarten für die Ausschaffung krimineller Ausländer, ganz nach dem «Vorbild Schweiz».

In Deutschland verbreitet die Nationaldemokratische Partei Deutschland (NPD) seit Anfang Dezember Postkarten mit dem Matterhornsujet. Hunderttausend seien schon in ganz Deutschland verteilt worden, äusserte sich NPD-Sprecher Klaus Beier gegenüber «20 Minuten Online». Ebenso viele sollen noch folgen.

Mit dieser Aktion will die NPD die Werbetrommel für ihr Anliegen rühren: Kriminelle Ausländer gehören ausgeschafft. Die Schweiz wird dabei als Vorbild gesehen - und auch so hingestellt. Auf der Postkarte thront das Matterhorn in seiner ganzen Pracht.

Die deutschen Neo-Nazis begrüssen den Entscheid der Schweizer Stimmbürger zur Ausschaffungsinitiative und fordern in Deutschland eine ebensolche Abstimmung. «Auch in Deutschland ist es Zeit für echte Volksherrschaft», meint die Partei.

Keine Kuschelpolitik erwünscht

Jürgen Gansel, NPD-Abgeordneter im Sächsischen Landtag, fordert kurzen Prozess mit kriminellen Ausländern, aber auch mit «herumvagabundierenden Zigeunerdiebesbanden, tickenden Islamisten-Zeitbomben und anderen importierten Sicherheitsrisiken».

Laut NPD ist die konsequente Ausschaffung die einzige Möglichkeit, den Deutschen Sicherheit zu verschaffen, damit sie nicht von «multikulturellen Jugendbanden» terrorisiert werden. Das würde oft an Grossstadtghettos von New York erinnern. Eine weitere «Samthandschuhpolitik» wäre darum fehl am Platz, sagt die NPD. Da müsse die harte Hand eines nationalen Volks- und Ordnungsstaates walten, meint auch Jürgen Gansel und fordert: «Keine Kuschelpädagogik für solches Gesindel».

Zermatt: Rechtliche Schritte
Zermatt Tourismus hat sich in einer Medienmitteilung «ausdrücklich und in aller Form von diesem Werbeauftritt» distanziert und verurteilt die missbräuchliche Verwendung des «Horu». Die Tourismus-Organisation prüft die Einleitung rechtlicher Schritte. (lds/bau)

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