Alljährlich findet in Pamplona, der Hauptstadt der spanischen autonomen Region Navarra, die Sanfermines statt. Höhepunkt des mehrtägigen Volksfestes ist der Stierlauf durch die engen Gassen der Stadt. Dabei jagen sechs hochgezüchtete Kampfbullen und einige Ochsen eine Schar von weissgekleideten Läufern vor sich her.

Auf der 825 Meter langen Strecke werden jedes Jahr zahlreiche Menschen zertrampelt oder auf die Hörner genommen. Dieses Jahr wurden wieder zahlreiche Teilnehmer verletzt, darunter zwei englische und ein amerikanischer Tourist.

Keine Unterstützung für die Tierquälerei

Dass Touristen das Spektakel besuchen oder gar dabei mitmachen, findet Sahra Wehrli vom Schweizer Tierschutz ein grosses Problem: «Touristen aus der ganzen Welt besuchen die Stierhatz und erzeugen damit eine Nachfrage nach dieser Quälerei».

In der Schweiz würde selbst die Hatz, das Jagen durch die Strassen von Pamplona, unter das Tierschutzgesetz fallen und in keinster Weise von irgendeiner Seite toleriert werden.

Verstümmelungen an den Tieren

Die Tierschützerin weiss von Praktiken, bei denen den Bullen Vaseline in die Augen gerieben wird, damit sie nicht richtig sehen können, sie erzählt auch von abgebundenen Geschlechtsteilen bei den Stieren um sie durch die Schmerzen rasend zu machen. «Der Stierlauf ist von A bis Z eine einzige Tierquälerei», sagt Wehrli.

Damit dies aufhört, sollten Schweizer Touristen solche Veranstaltungen meiden, denn auch wenn die Sanfermines in der Kultur der Spanier tief verwurzelt sei, eine solche Tierquälerei könne nie toleriert werden.