Toulouse

Der mutmassliche Täter von Toulouse: Wer ist Mohammed M.?

Die Polizei hat die Wohnung von Mohammed M

Die Polizei hat die Wohnung von Mohammed M

Sieben Menschen hat der Serientäter von Toulouse auf dem Gewissen. Die Ermittler sind sich sicher, dass es sich beim Täter um den 24-jährigen Mohammed M. handelt. Wer ist der Mann, der von Nachbarn als ruhiger Typ mit Bart beschrieben wird?

In dieser Nacht wollte die französische Eliteeinheit Raid Mohammed M. festnehmen. Dieser wehrte sich und verletzte dabei zwei Polizisten. Wer ist der 24-Jährige, von dem ganz Frankreich davon ausgeht, er sei der Serientäter?

Der 24-jährige ist algerischer Abstammung und in Toulouse aufgewachsen. Er hat zwei Brüder und zwei Schwestern, diese befinden sich gemeinsam mit der Mutter derzeit in Polizeigewahrsam. Nachbarn beschreiben ihn als ruhigen Mann mit Bart, der sich nie auffällig verhalten habe.

Die Zeitung Le Point berichtet, dass Mohammed M. sowohl beim Nachrichten- wie auch beim Geheimdienst kein unbeschriebenes Blatt sei. Über die IP-Adresse seines Computers ist es den Behörden gelungen, ihn aufzuspüren. Seine Wohnung liegt nur vier Kilometer von der jüdischen Schule entfernt, vor der er am Montag vier Menschen getötet hat.

Mohammed M. der Gotteskrieger

In Verhandlungen soll Mohammed M. sich selbst als Gotteskrieger bezeichnet haben, der sich für die Verbreitung des Islam einsetze. Zudem habe er zugegeben, dass er in Verbindung zu Al-Kaida stehe. Er sei im pakistanisch-afghanischen Grenzgebiet zum Krieger ausgebildet worden. In Afghanistan sei er auch schon verhaftet worden, als er auf Seiten der Al-Kaida gekämpft habe. 2010 habe Mohammed M. versucht, der französischen Fremdenlegion beizutreten. Nach wenigen Tagen sei er aber durchgefallen.

In der Nacht hat der mutmassliche Serientäter die Chefredaktorin von France 24 angerufen. Ebba Kalondo erklärte, dass sie nicht sicher sei, ob es sich dabei wirklich um Mohammed M. handelte. Im Gespräch mit der Journalistin habe der Mann sich zu den Anschlägen bekannt. Mit seinen Taten habe er gegen das Engagement Frankreichs in Afghanistan demonstrieren wollen. Mit den Taten an der jüdischen Schule habe er gegen den Nahost-Konflikt protestieren wollen.

18 Vorstrafen und Knasterfahrung

Immer wieder sei Mohammed M. ins Visier der Justiz geraten. «Er hat bereits mehrere Straftaten in Frankreich begangen, einige mit Gewalt», sagte der französische Innenminister Claude Guéant. Le Point meldet, dass Mohammed M. insgesamt 18 Vorstrafen wegen Gewaltanwendung und Kleindelikten hat. Von 2007 bis 2009 sass er im Knast. In den letzten Monaten sei er arbeitslos gewesen. Zuvor habe er in einer Autospenglerei gearbeitet.

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