Syrien

Das syrische Regime verhaftet Intellektuelle und Künstler

Anti-Regierungsproteste in Syrien (Archiv)

Anti-Regierungsproteste in Syrien (Archiv)

Die syrischen Sicherheitskräfte haben in Damaskus nach Angaben von Menschenrechtlern etwa 30 Künstler und Intellektuelle festgenommen, die gegen das Regime demonstriert hatten. Augenzeugen berichteten, unter den Festgenommenen sei auch die Schauspielerin May Skaff.

Sie gehörte zu einer Gruppe von insgesamt 250 Kulturschaffenden, die sich am Mittwochnachmittag zu einer Protestkundgebung im Stadtviertel Al-Maidan verabredet hatten. Nach Angaben arabischer Reporter riefen sie, "Gott, Syrien, Freiheit und sonst nichts", als Angehörige der Sicherheitskräfte mit Schlagstöcken auf sie losgingen.

Aktivisten berichteten am Donnerstag, in der Ortschaft Dschabal al-Sawija seien vier mutmassliche Regimegegner von den staatlichen Sicherheitskräften getötet worden.

Aus anderen Dörfern der Provinz Idlib sowie aus den Städten Banias, Homs, Daraa, Deir al-Zor und Al-Kamischli wurden Razzien gemeldet. Das Oppositionsbündnis des linken Anwaltes Hassan Abdel Azim warnte vor einer möglicherweise bevorstehenden Offensive in der Protesthochburg Hama.

Weniger Teilnehmer an Wirtschaftsmesse

Die Proteste belasten die syrische Wirtschaft enorm, was die politische Führung jedoch nicht wahrhaben will. Wirtschaftsminister Mohammed Nidal al-Schaar sagte am Donnerstag zur Eröffnung der Internationalen Messe in Damaskus: "Die Messe beginnt heute wie geplant, dies demonstriert die Stärke der syrischen Wirtschaft."

An der Messe nehmen diesmal Unternehmen aus 22 Staaten teil, im vergangenen Jahr waren zu der Veranstaltung Firmen aus 45 Ländern nach Damaskus gekommen.

Seit Beginn der Proteste gegen die Regierung von Präsident Baschar al-Assad im vergangenen März sind nach Angaben der Organisation syrischer Menschenrechtsbeobachter 1416 Zivilisten und 351 Angehörige von Polizei und Armee getötet worden.

Der Generalsekretär der Arabischen Liga, Nabil al-Arabi, hatte Assad bei einem Besuch in Damaskus am Dienstag versichert, die Liga sei generell gegen jede ausländische Einmischung in die inneren Angelegenheiten Syriens.

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