Das Kreuzfahrtschiff wird seit Dienstagnacht von einem französischen Fischtrawler Richtung Norden gezogen. Auch zwei Schlepper haben das fahruntüchtige Schiff mittlerweile erreicht. Gemeinsam könnten sie die "Costa Allegra" rascher voran bringen, teilte die Genueser Reederei Costa Crociere mit.

Zum Schutz vor Piraten fahren neun Mitglieder einer italienischen Marineeinheit auf dem Unglücksschiff mit. Der Indische Ozean ist für Piratenüberfälle berüchtigt, Seeräuber haben aber bislang noch nie ein Kreuzfahrtschiff geentert.

Ziel der Abschleppaktion war zunächst die abgelegene kleine Seychellen-Insel Desroches. Eine Überprüfung habe jedoch ergeben, dass die dortigen Sicherheitsbedingungen für das Anlegen und die Ausschiffung nicht gegeben seien. Auch reichten die Unterkünfte auf der Insel nicht aus, erklärte die Reederei.

Stattdessen nimmt das Schiff nun Kurs auf die Hauptinsel Mahé. Dort soll es laut Costa Crociere am Donnerstagmorgen ankommen.

Versorgung aus der Luft

Bis dahin müssen die mehr als tausend Passagiere und Crewmitglieder weiter ohne Strom an Bord auskommen. Dank eines Notaggregats haben sie zumindest Licht an Bord.

Helikopter versorgen die Schiffsinsassen mit Lebensmitteln, Taschenlampen und Satellitentelefonen. Am Dienstagmorgen sei den Passagieren ein "kaltes Frühstück" serviert worden, teilte Costa Crociere mit.

Das Kreuzfahrtschiff war am Montag auf dem Weg von Madagaskar zu den Seychellen, als im Maschinenraum ein Brand ausbrach. Das Feuer konnte zwar gelöscht werden, allerdings fiel daraufhin der Strom aus, das Schiff trieb manövrierunfähig auf dem Meer und musste einen Notruf absetzen.

Alle 636 Passagiere - darunter 90 Schweizer - wurden für den Fall einer Evakuierung auf die äusseren Decks gerufen. Fotos eines indischen Marineflugzeugs zeigten, wie sich dort Menschen um den Swimmingpool drängten.

Lage "ruhig"

Der internationale Kreuzschifffahrt-Verband (CLIA) "bedauerte" den Vorfall, lobte aber die "Schnelligkeit und Professionalität", mit der die Besatzung auf den Brand reagiert habe. Ihr sei es mit zu verdanken, dass bei dem Vorfall niemand zu Schaden gekommen sei.

Laut dem Präsidialamt der Seychellen war die Lage auf dem Luxusschiff "ruhig". Abgesehen von den technischen Problemen gebe es bisher keine weiteren Schwierigkeiten.