Das Rote Kreuz hatte im Hafen Zelte aufgebaut, um die Passagiere zu versorgen. Mit Bussen wurden sie anschliessend in Hotels gebracht. Einige Passagiere wollten sofort - mit Charterflugzeugen - nach Europa zurück kehren, andere setzen ihre Ferien auf Kosten der Reederei auf den Seychellen fort.

627 Passagiere aus 25 Ländern waren auf dem Schiff, darunter 90 Schweizerinnen und Schweizer. Insgesamt waren etwa 1000 Menschen an Bord. Am Montag war im Maschinenraum ein Feuer ausgebrochen. Der Strom fiel aus. Das Schiff war manövrierunfähig und musste von einem französischen Fischkutter abgeschleppt werden.

Begleitet wurde das havarierte Kreuzfahrtschiff aus Sorge vor möglichen Piratenangriffen von Schiffen der Küstenwache. Da es nach dem Brand auf dem Schiff keinen Strom gab, mussten die Passagiere die Fahrt über den Indischen Ozean seit Montag bei tropischer Hitze ohne Klimaanlage überstehen. Viele schliefen an Deck.

Etliche Reisende lobten die Crew und den Kapitän. Sie hätten umsichtig gehandelt. Die 26-Tage-Seereise sollte eigentlich von Mauritius über Madagaskar durch den Suezkanal bis Savona in Italien führen.

Wieder trifft es Costa Crociere

Die Havarie der "Costa Allegra" trifft erneut ein Kreuzfahrtschiff jener italienischen Reederei Costa Crociere, der auch das halb gesunkene Unglücksschiff "Costa Concordia" vor der Küste Italiens gehört. Gerüchte kursieren, wonach der amerikanische Mutterkonzern Carnival auf die Marke "Costa Crociere" verzichten könnte.

Die Stadt Genua, Hauptquartier von Costa Crociere, bangt um die Zukunft der Kreuzfahrtgesellschaft, die 20'000 Personen beschäftigt und einen Umsatz von 2,5 Milliarden Euro generiert. In der Genueser Ortschaft Sestri Levante wurden die neuesten Costa-Schiffe gebaut.