Clinton hatte zuvor dem Militär nahegelegt, den Übergang zur Demokratie nicht zu behindern und sich ausschliesslich auf die nationale Sicherheit des Landes zu konzentrieren. Am Samstag hatte sich die US-Aussenministerin gegenüber Mursi für eine "Fortsetzung des demokratischen Wandels" in dem Land ausgesprochen.

Ein Sprecher der US-Botschaft in Kairo wollte Proteste gegen Clinton vom Vortag nicht kommentieren. Gegner der Islamisten hatten Clinton wegen ihres Treffens mit Mursi kritisiert. Dieser hatte bis zu seiner Wahl ins Präsidentenamt am 24. Juni der Muslimbruderschaft angehört.

Für israelisch-ägyptischen Frieden

Am Sonntagabend wird Clinton nach Jerusalem weiterreisen. Sie will dort am Montag mit Israels Staatspräsident Schimon Peres, Regierungschef Benjamin Netanjahu, Aussenminister Avigdor Lieberman sowie Verteidigungsminister Ehud Barak zusammenkommen.

Im Vorfeld von Clintons Besuchs in Israel hat die ägyptische Führung beruhigende Botschaften nach Jerusalem gesandt. Kairo habe über US-Vermittler betont, es sei dem Friedensvertrag von 1979 mit Israel weiter verpflichtet, berichtete das israelische Radio am Sonntag.

Clinton hatte zudem am Samstag in Kairo gesagt, Washington werde den Frieden zwischen Israel und Ägypten weiter unterstützen. Nach dem Wahlsieg der Islamisten in Ägypten war in Israel die Sorge aufgekommen, Kairo könnte von dem 1979 geschlossenen Friedensvertrag abrücken.