Deutschland

Claudia Roth als Chefin der Grünen Deutschlands wiedergewählt

Claudia Roth freut sich über ihre Wiederwahl zur Vorsitzenden der deutschen Grünen

Claudia Roth freut sich über ihre Wiederwahl zur Vorsitzenden der deutschen Grünen

Erleichterung bei der Parteispitze der deutschen Grünen: Claudia Roth bleibt für weitere zwei Jahre Bundesvorsitzende der Grünen. Die 57-Jährige erhielt am Samstag auf dem Parteitag in Hannover 88,49 Prozent der Stimmen.

Roths Wahlergebnis wurde mit grosser Spannung erwartet, denn bei der Urwahl der Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl hatte sie vergangene Woche nur 26,2 Prozent der Basis-Stimmen erhalten. Sie selbst sprach von einer "Klatsche", ihr Rücktritt stand im Raum, doch dann kandidierte sie wieder.

Mit einer leidenschaftlichen Rede warb sie nun um die Zustimmung der knapp 800 Delegierten. Sie habe in der vergangenen Woche "Stunden mit Schatten" und einen "inneren Sturm" durchlebt, doch sei die Trauerzeit nun vorbei. Ab sofort gehe es nicht um ihre Person, sondern um die Ablösung der schwarz-gelben Regierung unter Angela Merkel (CDU) und um die Geschlossenheit der Partei.

Roth stellte den Delegierten offen die Vertrauensfrage. "Ihr müsst beantworten, ob ich die Richtige bin - so wie ich bin, mit Ecken und Kanten", sagte Roth. Denn verändern wolle sie sich nicht. "Was ich Euch anbieten kann, ist eine Bundesvorsitzende, die sich voll reinhängt." Roth ist mit zweijähriger Unterbrechung seit 2001 Parteichefin.

Özdemir im Amt bestätigt

Mit 83,29 Prozent Zustimmung wurde auch Roths Co-Vorsitzender Cem Özdemir im Amt bestätigt. Der 46-jährige Realpolitiker führt die Grünen seit November 2008 gemeinsam mit Roth, die dem linken Flügel der Partei zugerechnet wird. Özdemir hatte wie Roth keinen Gegenkandidaten.

Der Parteitag beschloss auch einen Forderungskatalog mit tiefgreifenden Sozialreformen. Dazu gehören unter anderem ein gesetzlicher Mindestlohn von mindestens 8,50 Euro und ein Anstieg der Sozialleistungen für Langzeitarbeitslose (Hartz-IV-Satz) von 374 auf 420 Euro. Der Spitzensteuersatz soll zudem von 42 auf 49 Prozent für Einkommen ab 80'000 Euro pro Jahr steigen.

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