Russland

Chodorkowski will sich in die Politik Russlands nicht mehr einmischen

Michail Chodorkowski: Eine Rückkehr nach Russland hält er für schwierig.

Michail Chodorkowski: Eine Rückkehr nach Russland hält er für schwierig.

Der freigelassene Kreml-Kritiker Michail Chodorkowski hat in seinem Gnadengesuch an Präsident Wladimir Putin versprochen, sich nicht mehr in die russische Politik einzumischen.

"Ich habe in meinen Papieren geschrieben, was ich schon mehrfach öffentlich gesagt habe: Ich werde nicht in die Politik gehen und um das Vermögen von Yukos kämpfen", sagte Chodorkowski in einem am Sonntag veröffentlichten Interview mit dem Magazin "The New Times", einem oppositionellen Magazin, für das er als Autor über seine Zeit im Straflager geschrieben hatte.

Putin hatte den früheren Ölmagnaten und Chef des inzwischen zerschlagenen russischen Öl-Konzerns Yukos am Freitag nach mehr als zehn Jahren Lagerhaft begnadigt. Chodorkowski wurde umgehend aus dem Gefängnis entlassen und reiste überraschend nach Berlin, wo er vom früheren deutschen Aussenminister Hans-Dietrich Genscher empfangen wurde. Am Sonntag will er sich in Berlin auf einer Medienkonferenz erstmals seit seiner Freilassung öffentlich äussern.

Kreml-Kritiker in Deutschland Chodorkowski trifft seine Familie

Rückkehr nach Russland schwierig

Eine Rückkehr nach Russland hält Chodorkowski für schwierig. Er werde nur nach Russland zurückkehren, "wenn ich sicher bin, dass ich wenn nötig auch wieder ausreisen kann", sagte er in dem Interview. Ein Sprecher Putins hatte am Samstag klargestellt, der frühere Ölmagnat könne jederzeit wieder in seine Heimat kommen.

Chodorkowski sagte dagegen dem Magazin, die russischen Behörden könnten zwar behaupten, dass sie ihn nicht ins Exil geschickt hätten und dass er selbst darum gebeten habe. Doch vor dem Hintergrund der "russischen Realität" sei klar, "dass sie wollten, dass ich das Land verlasse".

Chodorkowski wichtigste Ereignisse

Chodorkowski wichtigste Ereignisse

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1