Pandemie

Chinas Erfolgsrezept und Donald Trumps gefährlicher Wunsch: Sieben Fragen und  Antworten zur weltweiten Coronakrise

Kaum ein Land bleibt von der Pandemie verschont. Auch Israel hat zahlreiche Infizierte und Tote zu beklagen.

Kaum ein Land bleibt von der Pandemie verschont. Auch Israel hat zahlreiche Infizierte und Tote zu beklagen.

Wie schlimm ist die weltweite Coronapandemie? Wann ist sie vorbei? Was macht eigentlich die UNO? Und wieso leugnet Brasiliens Präsident die Gefahr?

Die Coronapandemie hat die ganze Welt erfasst. Es wird lange dauern, bis wieder Normalität einkehrt.

Wie schlimm sind die Auswirkungen des Coronavirus weltweit?

Laut den Zahlen der Johns Hopkins Universität in Baltimore gibt es weltweit 558502 Infizierte (Stand Freitagabend). 25251 Menschen sind an der vom Virus ausgelösten Krankheit Covid-19 gestorben, 127615 gelten als geheilt. Das Virus wurde in über 170 Ländern nachgewiesen. Einige wenige Länder behaupten, bislang Corona-frei zu sein, darunter Malawi, Turkmenistan, Botswana, Fiji und Barbados.

Wo sind die aktuellen Virenherde?

Die USA sind das Land mit der höchsten Zahl an Infizierten (86012). Ein verheerendes Ausmass hat die Pandemie auch in Spanien (64059 Infizierte) und Italien (80589 Infizierte) angenommen. Besorgniserregend ist die Lage in vielen ärmeren Ländern. Im Iran werden bis zu 3,5 Millionen Tote befürchtet. In Indien wurden 1,3 Milliarden Menschen vorsorglich unter Hausarrest gestellt. Das Ausmass der Pandemie im globalen Süden ist wegen fehlender Tests schwer abzuschätzen.

Wann ist die Pandemie vorbei?

Das kann niemand mit Sicherheit sagen. Anthony Fauci, der oberste Immunologe der USA, sagt: «Das Virus gibt den Zeitplan vor, nicht wir.» Die in vielen Ländern verhängten Einschränkungen (von geschlossenen Schulen und Läden bis hin zu Ausgangssperren) dürften monatelang andauern. Bis eine Impfung gegen das Virus verfügbar ist (wohl in 12 bis 18 Monaten), werden Regierungen die Massnahmen wellenartig lockern und wieder verschärfen.

Für globale Probleme braucht es globale Lösungen. Was macht eigentlich die UNO?

Sie setzt sich dafür ein, dass auch benachteiligte Menschen den nötigen Schutz erhalten. UNO-Generalsekretär António Guterres hat ein Zwei-Milliarden-Hilfspaket lanciert, mit dem 51 afrikanischen und lateinamerikanischen Ländern geholfen werden soll. Guterres rief zudem alle Kriegsparteien weltweit auf, die Waffen ruhen zu lassen. Erfolglos: Die Kämpfe in Syrien, Libyen oder dem Jemen gehen weiter.

US-Präsident Donald Trump will, dass die Kirchen in Amerika an Ostern voll sind. Ist das realistisch?

Nein. Trumps Hauptanliegen ist es, die 160 Millionen Jobs im Land zu sichern. Dafür will er Amerika so schnell wie möglich aus dem Stillstand holen. Die Massnahmen lockern können allerdings nur die Lokalregierungen in den 50 Bundesstaaten. Experten gehen davon aus, dass die Pandemie in den USA im April ihren Höhepunkt erreichen wird. Bis zu 1,7 Millionen Amerikaner könnten am Coronavirus sterben.

China, das Ursprungsland des Virus, fährt die Wirtschaft bereits wieder hoch. Wie ist das möglich?

In China galten Mitte März 69000 der damals 81000 Infizierten als «geheilt». Diese Zahl hat die Regierung dazu motiviert, die Wirtschaft unter Einhaltung strenger Social-Distancing-Regeln wieder hochzufahren. China-Experte Sebastian Heilmann sagt, das Land sei bereits wieder bei 80 Prozent seiner Vor-Corona-Wirtschaftsleistung. Scharfe Massnahmen bleiben aber intakt. Ab Samstag darf kein Ausländer mehr nach China reisen. Die Zeichen zwischen den Supermächten USA und China stehen aber auf Versöhnung: Trump und Xi Jinping telefonierten am Freitag und versprachen sich gegenseitige Unterstützung.

Brasiliens Präsident leugnet die Krise noch immer. Warum?

Jair Bolsonaro behauptete diese Woche, wenn das Virus ihn treffen würde, hätte er maximal eine «gripezinha» (ein «Grippchen»). Bolsonaro spielt sich als starker Mann in der Krise auf, der die brasilianische Wirtschaft gegen alle Widerstände verteidigen will. Doch sein Land folgt ihm nicht. Mehrere Grossstädte (darunter Rio de Janeiro und São Paulo) haben weitgehende Massnahmen verhängt. Allabendlich protestieren wütende Brasilianer mit Pfannen und Kellen an ihren Fenstern gegen den Präsidenten.

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