Atom-Debatte

China suspendiert Atomprojekt nun doch - Russland baut weiter

Chinas Volkskongress legt Atomprojekte aufs Eis (Archiv)

Chinas Volkskongress legt Atomprojekte aufs Eis (Archiv)

Noch am Montag hatte Chinas Volkskongress beschlossen, bis 2015 den Bau von Atomkraftwerken mit 40 Gigawatt Leistung zu beginnen. Doch am Mittwoch warf Peking das Ruder herum. Die Regierung legte alle Atomprojekte auf Eis.

Nach den AKW-Explosionen in Japan müssten zunächst die Sicherheitsbestimmungen überarbeitet werden, erklärte das Kabinett laut der Nachrichtenagentur Xinhua. Auf allen Reaktorbaustellen werde die Sicherheit überprüft.

Die Regierung versicherte, die radioaktive Belastung durch das havarierte japanische Kernkraftwerk Fukushima werde "die Gesundheit der Menschen in China nicht beeinträchtigen". China setzt für die künftige Energieversorgung stark auf Atomkraft. Bisher sind 13 Reaktoren mit 10,8 Gigawatt Leistung im Betrieb und 25 im Bau.

Viele Regierungen auf der Welt haben ihre Atompolitik nach dem Unglück in Japan auf den Prüfstand gestellt. Deutschland schaltet beispielsweise sieben Reaktoren vorübergehend ab. Venezuela legte sein Atomenergieprogramm auf Eis.

Italien will Atomstrom

Der französische Präsident Nicolas Sarkozy sieht die Zukunft der Atomkraft in Frankreich durch das Erdbeben in Japan hingegen nicht in Frage gestellt. Die Kernenergie sei ein "grundlegendes Element" der Unabhängigkeit Frankreichs bei der Energieversorgung, sagte Sarkozy am Mittwoch.

US-Präsident Barack Obama kündigte Sicherheitsnachbesserungen an Nuklearanlagen in den Vereinigten Staaten an. Nach Worten von Energieminister Steven Chu soll der Bau neuer Kernkraftwerke aber wie geplant vorangetrieben werden.

Auch Finnland hält am Ausbau der Atomenergie im eigenen Land fest. Italien will sich ebenfalls nicht vom Wiedereinstieg in die Atomkraft abbringen lassen, wie Umweltministerin Stefania Prestigiacomo bekräftigte.

Neues AKW in Weissrussland

Auch Spanien, Polen, Tschechien, Bulgarien, Slowenien, die Türkei oder die Slowakei wollen weiterhin auf Atomkraft setzen. "Ich sehe keinen Grund, einer medialen Hysterie zu verfallen", sagte der tschechische Ministerpräsident Petr Necas.

Der polnische Regierungschef Donald Tusk forderte eine sachliche Debatte, der gesunde Menschenverstand dürfe nicht ausgeschaltet werden. In Ungarn und Rumänien ist die Atomkraft ebenfalls kein politisch-emotionales Thema wie in Westeuropa. Russland besiegelte am Mittwoch den Bau des ersten Kernkraftwerks in Weissrussland mit der Führung in Minsk.

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