Vize-Präsident Xi Jinping rief dabei zum Kampf gegen "separatistische Aktivitäten der Gruppe um den Dalai Lama" auf. Jeder Versuch, die Stabilität in Tibet und die nationale Einheit des Vaterlandes zu untergraben, müsse "völlig zunichtegemacht werden", zitierte die Nachrichtenagentur Xinhua den Vize. Xi gilt als Nachfolger von Staats- und Parteichef Hu Jintao.

Der Vizepräsident versprach den Tibetern eine Verbesserung ihres Lebensstandards. Eine raschere wirtschaftliche Entwicklung sei der Schlüssel zur Lösung aller Fragen in Tibet.

Die 17-Punkte-Erklärung vom 23. Mai 1951, die gefeiert wurde, "zerschlug den Versuch ausländischer Kräfte, Tibet von China abzutrennen", erklärte Xi weiter.

Exiltibeter warfen Peking eine "krasse Verdrehung" der Geschichte vor. Unter Hinweis auf den Widerstand gegen die chinesische Fremdherrschaft meinte Tenzin Dorjee von "Students for a Free Tibet", China habe es nicht geschafft, die Tibeter zum Schweigen zu bringen.

In Peking unterzeichnet

Obwohl viele Tibeter die Chinesen bis heute als fremde Herrscher empfinden, besiegelte das Abkommen damals ihre "Rückkehr" ins Vaterland. Der Dalai Lama hatte es später auch verworfen, weil es von tibetischer Seite nicht freiwillig unterzeichnet worden war.

China unterstellt dem religiösen Oberhaupt der Tibeter, für die Unabhängigkeit des Hochlandes einzutreten. Der Dalai Lama spricht sich allerdings nur noch für eine weitreichende Autonomie seines Volkes aus.

Die ohne vorherige Ankündigungen für Dienstag anberaumten Feiern waren von starken Sicherheitsvorkehrungen überschattet. Ausländische Touristen dürfen Tibet seit Juni nicht mehr besuchen.

Nach der Machtübernahme der Kommunisten 1949 in Peking war die Volksbefreiungsarmee 1950 in Tibet einmarschiert. Um den Anschluss nicht nur militärisch, sondern auch politisch zu besiegeln, wurde 1951 eine hochrangige tibetische Delegation nach Peking gebracht. Ihnen wurde das "17-Punkte-Abkommen zur friedlichen Befreiung" Tibets zur Unterzeichnung vorgelegt.