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Chaos-Vorwahl bei US-Demokraten - keine Ergebnisse aus Iowa

Die erste Vorwahl der Demokraten im US-Präsidentschaftsrennen ist im Chaos versunken: Wegen einer Panne konnte die Partei nach der Abstimmung im Bundesstaat Iowa noch keine Ergebnisse veröffentlichen.

Die erste Vorwahl der Demokraten im US-Präsidentschaftsrennen ist im Chaos versunken: Wegen einer Panne konnte die Partei nach der Abstimmung im Bundesstaat Iowa noch keine Ergebnisse veröffentlichen.

Die erste Vorwahl der Demokraten im US-Präsidentschaftsrennen ist im Chaos versunken: Die Partei sah sich nach der wegweisenden ersten Abstimmung im Bundesstaat Iowa nicht in der Lage, in der Nacht zum Dienstag Ergebnisse zu veröffentlichen.

Iowas Parteichef Troy Price sagte in einer kurzen Telefonkonferenz mit Journalisten um 1.00 Uhr nachts (Ortszeit/8.00 Uhr MEZ) am Dienstag, die Ergebnisse würden "später am Tag" bekanntgegeben. Stimmen würden per Hand überprüft. Price legte auf, ohne Fragen zu beantworten.

Die Demokraten hatten die Verzögerung zuvor mit "Qualitätskontrollen" begründet. Bei drei Datensätzen gebe es "Ungereimtheiten". Es handle sich nicht um einen Hackerangriff. US-Medien berichteten, eine App zur Erfassung von Ergebnissen habe Probleme bereitet.

Von der Vorwahl in Iowa geht traditionell eine grosse Signalwirkung aus. Wegen der Verzögerung kam es zwischen den demokratischen Bewerbern zum Kampf um die Deutungshoheit.

Buttigieg und Sanders wollen gewonnen haben

Der frühere Bürgermeister von South Bend, Pete Buttigieg, sagte vor Anhängern in Iowas Hauptstadt Des Moines, nach allen Anzeichen gehe er "siegreich" in die nächsten Vorwahlen im Bundesstaat New Hampshire, die am kommenden Dienstag stattfinden.

Das Wahlkampfteam von Senator Bernie Sanders reagierte prompt und veröffentlichte interne Zählungen, wonach Sanders nach Auszählung von allerdings nur 40 Prozent der Wahlbezirke in Iowa vorne liegt. Den Angaben des Sanders-Teams zufolge ist Buttigieg an zweiter Stelle, dahinter Senatorin Elizabeth Warren. Der als einer der Favoriten gehandelte Ex-Vizepräsident Joe Biden schaffte es demnach nur auf einen schwachen vierten Platz.

Bidens Team war denn auch das erste, das in einem von US-Medien veröffentlichten Schreiben an die Partei in Iowa "erhebliche Mängel" in dem Auszählungsprozess kritisierte. Man erwarte die Gelegenheit zur Stellungnahme, bevor offizielle Ergebnisse veröffentlicht würden, hiess es in dem Brief.

Warren-Berater Joe Rospars warnte auf Twitter: "Jedes Wahlkampfteam, das sagt, dass es gewonnen hat oder das unvollständige Zahlen herausgibt, trägt zum Chaos und zur Fehlinformation bei." Rospars kritisierte, der Vorwahl-Prozess in Iowa sei "zusammengebrochen". Sowohl Menschen als auch die Technik hätten versagt. Der US-Sender CNN sprach von einem "unglaublichen Versagen".

Hohn und Spot aus dem Trump-Lager

Der Wahlkampfmanager von US-Präsident Donald Trump, Brad Parscale, spottete über die Demokraten. Sie könnten nicht einmal eine Vorwahl organisieren, wollten aber die Regierung übernehmen, schrieb er auf Twitter.

Präsidentensohn Eric Trump goss ebenfalls per Twitter Öl ins Feuer: "Lass es Dir gesagt sein, sie manipulieren das Ding... was für ein Durcheinander. Genau deshalb wollen die Menschen nicht, dass die Demokraten unser Land regieren."

Mehrere Bewerber um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten traten am späten Montagabend vor ihren Anhängern in Des Moines auf, ohne das Ergebnis der Vorwahl zu kennen. Sie konzentrierten sich in ihren Reden auf Angriffe gegen Trump.

Biden warnte, vier weitere Jahre Trump würden den Charakter der USA grundlegend verändern. Sanders betonte: "Heute wurde der Anfang vom Ende Donald Trumps markiert, des gefährlichsten Präsidenten in der modernen amerikanischen Geschichte."

Warren sagte: "Als Partei sind wir heute einen Schritt näher dran, den korruptesten Präsidenten in der amerikanischen Geschichte zu besiegen." Buttigieg sprach von der einzigen Chance, Trump zu besiegen.

Trump Sieger bei Republikanern

Bei Parteiversammlungen stimmten Demokraten und Republikaner in Iowa am Montagabend darüber ab, wen sie für den besten Präsidentschaftskandidaten ihrer Partei halten. Das Prozedere bei diesen "Caucus"-Treffen ist kompliziert und unterscheidet sich deutlich von Abstimmungen per Wahlzettel.

Die Vorwahlen in Iowa sind die ersten in den USA im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der Parteien. Präsident Trump gewann erwartungsgemäss mit überwältigender Mehrheit die erste Vorwahl der Republikaner. Er hat keine ernstzunehmenden Herausforderer.

Bei den Demokraten gibt es dagegen ein grosses Bewerberfeld. Insgesamt waren es fast 30 Anwärter auf die Präsidentschaftskandidatur, 17 sind bereits ausgestiegen, 11 sind noch übrig.

Führungstrio mit wechselnden Konstellationen

Auf nationaler Ebene liegt in Umfragen seit langem - in wechselnden Konstellationen - ein Führungstrio vorne: der moderate Ex-Vizepräsident Biden sowie die beiden linken Senatoren Sanders und Warren. Die Präsidentschaftswahl steht am 3. November an.

In Umfragen in Iowa hatte Biden über lange Strecken auch auf Platz eins gelegen. Zuletzt zog aber Sanders an ihm vorbei und sicherte sich dort die Favoritenrolle.

Zwischenzeitlich hatte auch der erst 38 Jahre alte Ex-Bürgermeister Buttigieg die Umfragen in Iowa angeführt. Es war also ein spannendes Rennen. Die Demokraten in Iowa sprachen am Montagabend von einer hohen Wahlbeteiligung.

"Super Tuesday" am 3. März

Iowa ist mit seinen drei Millionen Einwohnern auf nationaler Ebene kein Schwergewicht und schickt im Sommer auch nur wenige Delegierte zu den Nominierungsparteitagen von Demokraten und Republikanern. In dem kleinen Staat hat sich aber in der Vergangenheit oft gezeigt, wer am Ende als Kandidat seiner Partei das Rennen macht.

Kurz nach Iowa steht am 11. Februar die nächste Vorwahl in New Hampshire an. Auch dort liegt Sanders in Umfragen unter den demokratischen Präsidentschaftskandidaten vorne - sogar mit deutlichem Abstand zu Biden.

Am 3. März folgt die nächste grosse Wegmarke: der "Super Tuesday" mit Abstimmungen in mehr als einem Dutzend US-Bundesstaaten. Die Vorwahlen ziehen sich bis Juni hin.

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