Madagaskar

Chaos und Meuterei in der Armee fordern drei Tote

Andry Rajoelina auf einer Aufnahme aus dem Jahr 2009 (Archiv)

Andry Rajoelina auf einer Aufnahme aus dem Jahr 2009 (Archiv)

Eine Meuterei von Soldaten hat am Sonntag das unter einer politischen Dauer-Krise leidende Madagaskar erschüttert. Auf einer Militärbasis nahe der Hauptstadt Antananarivo stationierte Soldaten lieferten sich mit regierungstreuen Truppen Schusswechsel, bevor am Abend wieder Ruhe einkehrte.

Mindestens drei Menschen starben nach Armeeangaben, vier weitere wurden verletzt. Von dem Militärstützpunkt in Ivato waren am Sonntag teils heftige Schusswechsel zu hören.

Der Minister für die Streitkräfte, André Lucien Rakotoarimasy, bestätigte telefonisch, dass es sich um eine Meuterei in der Nähe des internationalen Flughafens handelte. Dort wurden bis auf weiteres alle Flugverbindungen gestrichen.

Regierungstreue Soldaten und Polizisten stürmten die Basis vor Einbruch der Dunkelheit, nachdem ein als Vermittler eingesetzter Militärangehöriger getötet worden war. Am Abend erklärte die Armee, sie habe die Lage unter Kontrolle.

Forderungen unklar

Es blieb unklar, was die Meuterer wollten. Von einem Putsch sprachen Regierungs- oder Armeevertreter nicht. Im November 2010 hatte es einen Umsturzversuch auf der Insel vor Ostafrika gegeben, der von einer Meuterei auf derselben Militärbasis ausgegangen war. Die dafür verantwortlich gemachten Armeeangehörigen wurden im März verurteilt.

Am Mittwoch sollen sich der regierende Präsident Andry Rajoelina, der sich vor drei Jahren an die Macht geputscht hatte, und sein Widersacher, der frühere Staatschef Marc Ravalomanana, treffen. Von den Gesprächen auf den Seychellen erhoffen sich die Vermittler der Südafrikanischen Entwicklungsgemeinschaft (SADC) einen Durchbruch in der anhaltenden politischen Krise in dem Inselstaat.

Der Plan zur Beilegung der Krise sieht die Rückkehr aller Politiker aus dem Exil vor, jedoch nicht ihren Schutz vor Strafverfolgung. Der im südafrikanischen Exil lebende Ravalomanana hatte wie andere rivalisierende Politiker zugesagt, die mit internationaler Rückendeckung im November 2011 eingesetzte Regierung der Nationalen Einheit unter Rajoelina unterstützen zu wollen.

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