Die UNO-Botschafter der 15 Mitglieder des Weltsicherheitsrates wollten noch am Donnerstag (Ortszeit) über einen Entwurf der vier EU-Länder im Rat beraten. Sanktionen enthält das Papier auf Drängen Russlands jedoch nicht. Allerdings könnte ein Passus aufgenommen werden, der Sanktionen innerhalb eines Monats androht, wenn das Töten nicht aufhört.

Ursprünglich hatten die Beratungen nur auf Expertenebene stattfinden sollen. Dass sich die UNO-Botschafter nun selbst an den Tisch setzen, könnte auf eine Einigung hindeuten. Dafür spricht auch, dass Russland seinen Gegenentwurf für eine Resolution zurückgezogen hat.

Der Preis für die Europäer: Die Resolution würde, wenn sie denn kommt, nur appellativen Charakter haben. Die einst geforderten Strafen wie Reiseverbote und Kontosperrungen für die Spitze des Assad-Regimes sind vom Tisch.

Resolution als Kompromisslösung verstanden

Am Widerstand Russlands und Chinas war bereits im Sommer ein von den Briten eingebrachter Resolutionsentwurf gescheitert. Aber auch Brasilien, Indien und Südafrika haben Vorbehalte. Der Rat hatte sich im August nur auf eine sogenannte präsidentielle Erklärung einigen können, die aber nicht verbindlich ist.

UNO-Diplomaten bezeichneten den überarbeiteten Entwurf als Kompromiss. Ziel sei ein gemeinsames Signal an die syrische Führung. Es sei ein Fortschritt, dass sich die bislang ablehnenden Staaten nun nicht mehr den Textverhandlungen verweigerten.

"Es fällt ohnehin schwer zu glauben, dass demokratische Länder wie Brasilien, Indien und Südafrika die brutale Unterdrückung des syrischen Volkes weiterhin schweigend hinnehmen wollen", sagte ein Diplomat.

Protest Assad-treuer Demonstranten gegen US-Botschafter

Auf den internationalen Druck reagieren Regimebefürworter in Syrien mit zunehmendem Missmut gegenüber den USA. Assad-treue Demonstranten protestierten am Donnerstag gegen ein Treffen des US-Botschafters in Damaskus mit einem Oppositionspolitiker.