Frankreich

Castex verteidigt neuen Innenminister - Kritik von Feministinnen

Jean Castex, neuer Premierminister von Frankreich, trifft zur ersten wöchentlichen Kabinettssitzung nach der Regierungsumbildung im Elysee-Palast ein. Foto: Ludovic Marin/AFP/dpa

Jean Castex, neuer Premierminister von Frankreich, trifft zur ersten wöchentlichen Kabinettssitzung nach der Regierungsumbildung im Elysee-Palast ein. Foto: Ludovic Marin/AFP/dpa

Frankreichs Premier Jean Castex hat die Ernennung von Gérald Darmanins zum Innenminister angesichts laufender Ermittlungen wegen sexueller Gewalt verteidigt.

Darmanin profitiere wie jeder andere von der Unschuldsvermutung, sagte Castex am Mittwoch im Interview mit dem Sender RMC. Er stehe voll und ganz hinter der Ernennung.

Während der Amtsübergabe am Dienstag kam es zu Protesten von Aktivistinnen gegen Darmanins Ernennung. Die Ermittlungen gegen den ehemaligen Haushaltsminister waren im Juni wieder aufgenommen worden. Eine Frau bezichtigt Darmanin der Vergewaltigung, die Ermittlungen waren zunächst eingestellt worden - ein Berufungsgericht kippte diese Entscheidung. Der 37-Jährige bestreitet die Vorwürfe.

Clémentine Autain, Abgeordnete für die Linkspartei La France Insoumise, sagte dem Sender Franceinfo, dass Darmanins Ernennung ein Schlag ins Gesicht für Feministinnen und alle Frauen ist, die Opfer von Vergewaltigung, sexueller Bedrohung und Belästigung sind.

Castex kündigte ausserdem an, am Sonntag nach Französisch-Guayana fliegen zu wollen. In dem französischen Überseegebiet ist die Corona-Epidemie derzeit besonders schlimm. Generell schloss Castex erneute Ausgangsbeschränkungen im Falle einer zweiten Welle in Frankreich nicht aus. "Totale und absolute" Ausgangsbeschränkungen, wie es sie im Frühjahr gab, unterstütze er aber nicht.

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