Der Schweizer Wirtschaftsminister Guy Parmelin hat heute ein gedrängtes Programm. Er fliegt nach London, um seine neuen Amtskollegen aus dem Kabinett von Boris Johnson kennen zu lernen. Parmelin trifft drei Minister. Es handelt sich um einen Antrittsbesuch.

Das Kennenlernen soll helfen, damit man künftige Probleme rasch am Telefon besprechen kann. Bereits im Februar hatten die Schweiz und Grossbritannien einen Handelsvertrag abgeschlossen, der die wirtschaftlichen Beziehungen nach dem Brexit regelt.

Die Achse Schweiz– Grossbritannien könnte auch in anderen Belangen wichtig werden. So ist unklar, ob die Schweiz künftig am EU-Forschungsprogramm teilnehmen kann, weil der Abschluss des Rahmenabkommens auf sich warten lässt. Parmelin hatte in der «Sonntags-Zeitung» gesagt, dass die Schweiz gezwungen werde, nach Alternativen zu suchen, falls die EU dogmatisch bleibe: «Vielleicht zusammen mit Grossbritannien.»

Interesse an einem neuen Abkommen mit Grossbritannien bekunden auch Akteure der Banken. Ein Finanzdienstleistungsabkommen mit der EU ist bislang gescheitert, mit Grossbritannien könnte sich eine neue Option auftun. London ist der zweitwichtigste Finanzplatz der Welt. In Brüssel wiederum beobachtet man die Entwicklung der bilateralen Beziehung zwischen der Schweiz und Grossbritannien aufmerksam. (dk)