Libyen

Britischer Uni-Direktor tritt wegen Libyen-Affäre zurück

Londoner Universität werden Beziehungen zum Gaddafi-Sohn Saif al-Islam peinlich

Londoner Universität werden Beziehungen zum Gaddafi-Sohn Saif al-Islam peinlich

Nach heftiger Medienkritik und Studentenprotesten wegen angenommener Spenden aus Libyen ist der Direktor der renommierten britischen Universität London School of Economics and Political Science (LSE) am Donnerstag zurückgetreten.

Howard Davies begründete seinen Schritt damit, dass er verantwortlich für den Ruf der Institution sei, und der habe gelitten.

Der Sohn des libyschen Staatschefs Muammar al-Gaddafi, Saif al-Islam, wurde 2008 von der LSE der Doktortitel verliehen. Ein Jahr später akzeptierte die LSE eine Spende von 1,5 Millionen Pfund (2,2 Mio. Franken) der Gaddafi International Charity and Development Foundation.

Davies selbst nahm 50'000 Dollar an, die an die LSE bezahlt wurden, weil er 2007 einen staatlichen libyschen Investmentfonds beraten hatte. Er habe die Situation falsch eingeschätzt, als er der Einladung der britischen Regierung zu der Beratertätigkeit gefolgt sei.

Nun will der Rat der LSE die Beziehungen der Universität zu Libyen und Saif al-Islam Gaddafi untersuchen. Dabei sollen auch Vorwürfe geprüft werden, Gaddafi habe seine Doktorarbeit von einem Ghostwriter schreiben lassen.

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