Grossbritannien

Britische Konservative kämpfen am Parteitag um Wirtschaftspolitik

"Blutiger" Protest in Manchester

"Blutiger" Protest in Manchester

Die britischen Konservativen müssen eineinhalb Jahre nach der Regierungsübernahme ihre Sparpolitik gegen massive Kritik verteidigen. Zum Auftakt des Parteitags am Sonntag in Manchester protestierten 30'000 Menschen gegen das milliardenschwere Sparpaket der Regierungskoalition aus Konservativen und Liberaldemokraten.

Aussenminister William Hague schwor die Delegierten zum Auftakt der viertägigen Konferenz erneut auf Haushaltsdisziplin ein. "Die Konsequenz aus Kreditaufnahme und Schulden und kann nicht sein, dass man neue Kredite aufnimmt und neue Schulden macht", sagte Hague. "Das wäre nicht fair für die nächste Generation".

Die Haushaltsdisziplin zur Bekämpfung der durch die Finanzkrise von 2008 nach oben geschossenen Staatsschulden hatte in Grossbritannien zehntausende Jobs gekostet. Zuletzt hatte der Rüstungskonzern BAE System tausende Stellenstreichungen angekündigt, unter anderem, weil die Nachfrage der Armee ausbleibt.

Hague betonte am Sonntag noch einmal, Grossbritannien habe am Ende der Regierungszeit der Labour-Partei unter Gordon Brown "am Rande des Staatsbankrotts" gestanden.

Angriffe aus den eigenen Reihen

Auch Premierminister und Parteichef David Cameron hatte unmittelbar vor Beginn des Parteitags die Wirtschaftspolitik der Tories gegen Angriffe aus den eigenen Reihen verteidigt.

Nach Medienberichten will Cameron auch ein neues Konzept zur staatlichen Eigenheimförderung vorstellen, um die Bauwirtschaft zu befeuern. Eine grosse Debatte zur Wirtschaftspolitik wird in Manchester an diesem Montag erwartet.

Cameron entschuldigt sich

Cameron entschuldigte sich unterdessen für abschätzige Äusserungen zu zwei Parlamentarierinnen. Er habe einen "schrecklichen Fehler" gemacht, sagte der Premierminister der Sonntagszeitung "Sunday Times".

Cameron hatte zuvor vor laufenden Kameras im Parlament die Abgeordnete Nadine Dorries von seiner eigenen Konservativen Partei als "total frustiert" beschimpft. Zu der sich während einer Debatte aufregenden oppositionellen Parlamentarierin Angela Eagle bemerkte er herablassend: "Komm erst mal runter, Liebes".

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