Vincent Nichols, katholischer Bischof von Westminster und Oberhirte der Katholiken in England und Wales, weihte am Samstag die bisherigen Anglikaner-Bischöfe Andrew Burnham, Keith Newton und John Broadhurst zu katholischen Priestern. Die Zeremonie fand in der Kathedrale von Westminster statt.

Die Bischöfe können verheiratet bleiben. Alle sind Väter mehrerer Kinder. Sie hatten aber vor allem Probleme mit einer Regelung in der anglikanischen Kirche, wonach Frauen nicht nur zu Priesterinnen, sondern neuerdings auch zu Bischöfinnen geweiht werden können.

Papst Benedikt XVI. hatte den Übertritt von Anglikanern zum katholischen Glauben in der eigens geschaffenen Apostolischen Konstitution "Anglicanorum Coetibus" ermöglicht. Die Anglikaner gehörten zum konservativen Flügel ihrer Konfession. Die Übertrittsmöglichkeit wird von der Führung der Kirche von England anerkannt.

Der päpstlichen Regelung zufolge können neben Einzelpersonen auch ganze Gruppen von Gläubigen, etwa religiöse Orden, übertreten. Ihnen wird ermöglicht, Teile ihres religiösen anglikanischen Erbes beizubehalten, beispielsweise den Ritus der anglikanischen Eucharistie.

Von der Übertrittsmöglichkeiten hatten vor den Bischöfen bereits mehrere hundert Laien und rund 50 Priester Gebrauch gemacht.