Nun werden sich die Abgeordneten mit dem umstrittenen Text befassen. Sie haben in Brasilien das letzte Wort.

Bolsonaro hatte das Dekret im Mai unterzeichnet. Es erlaubt unter anderem Politikern, Landwirten, Lastwagenfahrern, Jägern und Sportschützen das Tragen von Waffen in der Öffentlichkeit. Auch wird die Menge an Munition, die Waffenbesitzer jährlich kaufen dürfen, von 50 auf 5000 Schuss heraufgesetzt.

Bolsonaro hatte schon im Wahlkampf eine Lockerung des Waffenrechts versprochen. Er argumentierte, falls "gute Bürger" über Waffen verfügten, könne die grassierende Gewalt und Kriminalität in dem südamerikanischen Land bekämpft werden. Kritiker befürchten dagegen durch eine Lockerung der Waffengesetze eine Zunahme der Gewalt.

In Lateinamerikas grösstem Land wurden im Jahr 2017 fast 64'000 Morde registriert - also im Schnitt rund 175 pro Tag. Die Mordrate liegt landesweit bei 30,8 pro 100'000 Einwohnern. Damit ist Brasilien weltweit einer der gefährlichsten Staaten ausserhalb eines Kriegsgebiets.