Der 49-Jährige war an Bord einer Maschine des Typs Cessna 560XL, die aus ungeklärter Ursache in Santos, rund 60 Kilometer von São Paulo entfernt, abstürzte. Campos hatte sich in Rio aufgehalten, weil er dem Sender Globo dort ein Interview gegeben hatte.

Anschliessend flog er laut lokalen Medienangaben zu Wahlkampfterminen vom innerstädtischen Flughafen Santos Dumont weiter in Richtung Guarujá in der Nähe der Küstenstadt Santos. In Santos stürzte das Kleinflugzeug gegen 10.00 Uhr (Ortszeit) dann in eine Häusersiedlung.

Der Mediengruppe Globo zufolge brach der Privatjet bei dem Aufprall auseinander, ein grosses Feuer brach aus. Auf Bildern im Fernsehen waren brennende Trümmer zu sehen, aus mehreren Gebäuden stieg Rauch auf.

Staatstrauer ausgerufen

An Bord des Kleinflugzeuges waren insgesamt sieben Passagiere, die nach Behördenangaben alle ums Leben kamen. Neben Campos starben zwei Berater, der offizieller Fotograf der Wahlkampagne und ein Kameramann sowie die beiden Piloten. Zum Zeitpunkt des Unglücks herrschten schlechte Wetterbedingungen.

Rousseff ordnete ein dreitägige Staatstrauer an. Campos sei ein Beispiel für einen Demokraten gewesen. "Ganz Brasilien trauert. Wir haben heute einen grossen Brasilianer verloren, Eduardo Campos. Ich bin sehr traurig", hiess es in einem Schreiben der Präsidentin. Rousseff setzte auch ihre Wahlkampftermine für drei Tage aus.

Mit Silva zusammengespannt

Campos galt als einer der aussichtsreicheren Kandidaten bei der Präsidentschaftswahl am 5. Oktober. Im Team mit der früheren Umweltministerin Marina Silva wollte Campos Rousseff herausfordern. Dem Kabinett von Rousseffs Vorgänger Luiz Inácio Lula da Silva gehörte er 2004/2005 als Wissenschafts- und Technologieminister an. Bis April dieses Jahres war er Gouverneur des Bundesstaates Pernambuco.

In Umfragen lag der Kandidat der Sozialistischen Partei PSB auf Platz drei, aber weit abgeschlagen hinter Amtsinhaberin Rousseff. In letzten Umfragen vom Juli hatten 8 Prozent der Befragten angegeben, dass sie bei der Präsidentschaftswahl für Campos stimmen wollten. Auf Rousseff entfielen 38 Prozent und auf den dritten prominenten Kandidaten, Aécio Neves, 22 Prozent.

Campos war der Enkel des bekannten linken brasilianischen Politikers, Miguel Arraes, der vor neun Jahren auf den Tag genau, am 13. August 2005, starb. Campos hinterlässt eine Frau und fünf Kinder, das jüngste kam erst im Januar zur Welt.