Brasilien

Brasilianische Polizei setzt Panzer gegen Drogenbanden ein

Ein brennendes Fahrzeug in Rio de Janeiro

Ein brennendes Fahrzeug in Rio de Janeiro

Die brasilianische Polizei geht inzwischen mit aller Härte gegen die Drogenbanden in den Armenvierteln von Rio de Janeiro vor: Erstmals setzten die Sicherheitskräfte am Donnerstag sechs mit Maschinengewehren ausgestattete Panzer ein.

Zudem waren Helikopter und tausende schwerbewaffnete Polizisten im Einsatz, um die Gewalt in den Favelas in den Griff zu bekommen. In den vergangenen Tagen hatte die Polizei eine grossangelegte Offensive gestartet, um die Welle der Gewalt in den Armenvierteln einzudämmen.

Seit dem Beginn der Auseinandersetzungen am Montag wurden nach Berichten brasilianischer Medien mindestens 34 Menschen erschossen. Unter den Toten waren nach Angaben lokaler Medien mindestens drei Unbeteiligte. Unter anderem sei eine 14-Jährige zu Hause am Computer von einer Polizeikugel getroffen worden.

Fernsehen berichtet live

Das Fernsehen übertrug Livebilder von brennenden Fahrzeugen und dunklen Rauchwolken über dem Armenviertel Vila Cruzeiro. Hunderte bewaffnete Mitglieder der Drogenbanden setzten sich auf Motorrädern, Pickups und auch zu Fuss in den benachbarten Stadtteil Alemao ab.

In den Liveaufnahmen war auch zu sehen, wie einzelne von ihnen von Kugeln getroffen wurden und am Strassenrand liegenblieben. Auch in Alemao wurde ein Angriff der Polizei erwartet.

Unter den Kämpfen leidet vor allem die Bevölkerung in den Slums. Die Menschen versteckten sich in ihren Häusern, die Schulen blieben geschlossen.

"Ich habe so etwas noch nie gesehen", sagte ein Lehrer einer Schule in Vila Cruzeiro. "Das ist eine richtige Militäraktion mit gepanzerten Fahrzeugen, aber das ist auch nötig. Es ist die einzige Möglichkeit, den Drogenhändlern in der Favela entgegenzutreten." In Rio de Janeiro leben rund zwei Millionen Menschen in den mehr als 1000 Favelas.

Durchgreifen vor Grossanlässen

2007 war zur Bekämpfung der Drogenkriminalität eine Sondereinheit der Polizei (UPPS) geschaffen worden. Die Banden sollen aus den Favelas vertrieben werden, bevor 2014 in Rio das Finale der Fussballweltmeisterschaft und 2016 die Olympischen Sommerspiele ausgetragen werden.

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