Brasilien

Brasilianische Armee schickt Verstärkung in Slum in Rio de Janeiro

Der Stadtteil Mangueira gleicht einem Kriegsschauplatz

Der Stadtteil Mangueira gleicht einem Kriegsschauplatz

Nach nächtlichen Schiessereien zwischen Kriminellen und Militärs hat die brasilianische Armee am Mittwoch Verstärkung in einen Slum im Norden von Rio de Janeiro geschickt.

Die Militärpolizei teilte mit, sie habe 50 Mann in das Armenviertel Complexo do Alemao geschickt, um die Kontrolle über den seit November 2010 von der Armee besetzten Stadtteil zurückzugewinnen. Die Armee entsandte zudem 100 Marineinfanteristen zur Verstärkung, berichtete die Zeitung "O Globo".

Der Sicherheitsbehörde der Stadt Rio de Janeiro zufolge brach die Gewalt nach der Schliessung einer illegalen Tankstelle aus, die dem Bruder eines bekannten Drogendealers gehörte. Auch sei kurz vorher bekannt geworden, dass die Armee bis 2012 in dem Stadtteil bleiben werde. Medienberichten zufolge soll ein junges Mädchen durch einen Querschläger ums Leben gekommen sein, die Polizei bestätigte diese Information jedoch nicht.

Hohe Mordrate

Bereits am Sonntag war es zu einem Zusammenstoss zwischen 80 Soldaten und rund 20 Bewohnern des Viertels gekommen, bei dem zwölf Menschen verletzt worden sind. Der Complexo do Alemao gilt als Bastion des Drogenhandels und der Gewalt.

In einem gross angelegten Einsatz besetzten im November rund 2200 Polizeikräfte das Viertel nach einer Welle von Angriffen durch Drogenbanden auf Polizeistationen und Fahrzeuge.

Rio de Janeiro hat eine der höchsten Mordraten Brasiliens. Seit 2008 bemühen sich die städtischen Behörden, die Sicherheitslage zu verbessern. Rio de Janeiro trägt 2014 die Fussball-Weltmeisterschaft aus und ist zwei Jahre später Gastgeber der Olympischen Spiele.

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