Anschlag in Boston

Boston-Bomber ging nach Anschlag an Uni, als sei nichts gewesen

Dschochar Zarnajew (Archiv)

Dschochar Zarnajew (Archiv)

Nach dem Bombenanschlag beim Boston-Marathon am vergangenen Montag ist der jüngere der mutmasslichen Attentäter Augenzeugen zufolge an seine Universität zurückgekehrt. Er habe sich verhalten, als sei nichts gewesen.

Laut Mitstudenten ist der mutmassliche Boston-Bomber Dschochar Zarnajew nach dem Anschlag an seine Universität zurückgekehrt. Er habe sich verhalten, als sei nichts gewesen.

Dies berichtete die Zeitung "Boston Globe" am Sonntag in ihrer Internetausgabe unter Berufung auf Mitstudenten.

Dschochar Zarnajew habe in seinen Seminaren an der University of Massachusetts Dartmouth gesessen, während die Ermittler fieberhaft nach den Tätern des Anschlags fahndeten, bei dem drei Menschen getötet und mindestens 170 verletzt wurden.

Der 19-Jährige sei ganz er selbst gewesen, habe im Fitnessraum trainiert und sei abends sogar auf eine Party gegangen. "Er war völlig entspannt", sagte eine Mitstudentin der Zeitung.

Zarnajew habe auch bis zum Donnerstag im Studentenwohnheim übernachtet.

Als die Fahndung der Polizei in vollem Gange war, stellte die Universität am Freitag vorübergehend den Betrieb ein. Nach einer Durchsuchungsaktion der Polizei nahm sie am Sonntag wieder ihren normalen Betrieb auf.

Video von den letzten Minuten aufgetaucht

Interessante Wärmebild-Aufnahmen der Polizei zeigen derweil die letzten Minuten, bevor Attentäter Dschochar Zarnajew festgenommen wird. Er hatte sich schwer verletzt in einem Boot vor den Ermittlern versteckt. Während den Filmaufnahmen schlugen mehrere Granaten in das Boot ein. Weil die Polizei befürchtete, Zarnajew könnte einen Sprengstoffgürtel tragen, stand erst ein Roboter mit Greifarmen im Einsatz, der die Plane vom Schiff zog.

Hier überwältigt die Polizei von Bostn den mutmasslichen Attentäter

Laut dem Sender CBS soll Zarnajew ausserdem einen Selbstmordversuch unternommen haben. Ermittler gehen davon aus, dass er sich die Pistole in den Mund gesteckt und abgedrückt haben könnte. Zumindest soll er starke Verletzungen im Halsbereich aufweisen.

Unterdessen ist bekannt geworden, dass das Brüderpaar Zarnajew weitere Terroranschläge geplant haben soll. Der Bostoner Polizeikommissar Ed Davis sagt gegenüber BBC, dass die Ermittler am Tatort noch weiteren, nicht explodierten Sprengstoff fanden. Dass dies auf weitere Bomben hinweisen soll, sei allerdings nur seine persönliche Meinung.

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