Ausserdem wird der Rentenanspruch auf die Arbeitnehmer ausgedehnt, die in nicht regulären Arbeitsverhältnissen stehen und bislang keinen Anspruch auf eine Altersversorgung haben. Diese Massnahme betrifft knapp zwei Drittel aller bolivianischen Arbeitnehmer.

Die rund 70'000 Bergleute des Landes können bereits zwei Jahre früher aufhören zu arbeiten als bisher, Frauen mit mehr als drei Kindern dürfen mit 55 in Rente gehen.

Die durchschnittliche Lebenserwartung in Bolivien liegt bei 65 Jahren für Frauen und 62 Jahren für Männer. Seine Regierung erfülle mit dem Gesetz ein Versprechen an die bolivianische Bevölkerung, sagte Morales bei der feierlichen Unterzeichnung. "Wir schaffen ein Rentensystem, das jeden einschliesst."

Kritiker machen geltend, die mit einer Verstaatlichung der Rentenkasse verbundene Reform sei nicht nachhaltig und könnte in ein finanzielles Desaster ausarten.

Mit anderen Staaten, in denen das Rentenalter heraufgesetzt werde, sei Bolivien aus verschiedenen Gründen nicht zu vergleichen, sagte der stellvertretende Rentenminister Mario Guillen. Unter anderem verrichteten die meisten Bolivianer vor allem körperliche Arbeit, "und das bedeutet, dass sie mit 55 nicht mehr die Kraft haben, weiterzuarbeiten".