Affäre Bettencourt

Bettencourt soll Millionen in bar nach Frankreich geschafft haben

Die Milliardärin Liliane Bettencourt (Archiv)

Die Milliardärin Liliane Bettencourt (Archiv)

Die L'Oréal-Milliardärin Liliane Bettencourt hat einem Medienbericht zufolge zwischen 2007 und 2009 rund vier Millionen Euro in bar von ihren Schweizer Konten zurück nach Frankreich schaffen lassen.

Grosse Beträge seien auch während des Präsidentschaftswahlkampfes von Nicolas Sarkozy im Jahr 2007 geflossen, berichtete das Wochenmagazin "Marianne" am Mittwoch. Bettencourt wird vorgeworfen, den damaligen Wahlkampf von Staatschef Sarkozy mit illegalen Parteispenden unterstützt zu haben. Dazu laufen Ermittlungen.

"Marianne" beruft sich auf Befragungsergebnisse aus der Schweiz, die der französische Untersuchungsrichter Jean-Michel Gentil zusammengetragen habe. Die Untersuchung habe sich auf die etwa zehn Schweizer Konten der reichsten Frau Frankreichs bezogen, der auch Steuerhinterziehung über diese Konten vorgeworfen wurde.

Die 89-jährige Multi-Milliardärin, die laut einem medizinischen Gutachten seit Jahren nicht mehr im Vollbesitz ihrer geistigen Kräfte ist, war im vergangenen Oktober entmündigt worden.

Im Zuge der Affären um Bettencourt waren kürzlich zwei Ermittlungsverfahren gegen den Sarkozy-Vertrauten und Ex-Arbeitsminister Eric Woerth eingeleitet worden. Der langjährige Schatzmeister der konservativen Regierungspartei UMP wird von Zeugen beschuldigt, illegale Parteispenden von Bettencourt angenommen zu haben.

So soll er 150'000 Euro für Sarkozys Wahlkampf 2007 erhalten haben. In Frankreich sind private Spenden an Parteien nur bis 7500 Euro pro Jahr erlaubt. Laut "Marianne" wurden 2007 von Bettencourts Schweizer Konten bis zur Präsidentschaftswahl zweimal 400'000 Euro zurück nach Frankreich geschafft.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1