Italien

Berlusconi sagt nach Sex-Skandal Teilnahme an Familien-Konferenz ab

Nach Berichten über Sex mit einer Prostituierten und dem Skandal um ein minderjähriges Mädchen hat Italiens Regierungschef Silvio Berlusconi seine Teilnahme an einer Konferenz über traditionelle Familienwerte abgesagt.

Zuvor hatte der Vorsitzende des Familien-Forums, Francesco Belletti, erklärt, Berlusconis Teilnahme würde sie in Verlegenheit bringen. Wie Berlusconis Büro mitteilte, soll nun ein Unterstaatssekretär die Konferenz am kommenden Montag in Mailand eröffnen, an der neben Familienverbänden auch Kabinettsmitglieder und Vertreter der katholischen Kirche teilnehmen, darunter auch der Erzbischof von Mailand, Kardinal Dionigi Tettamanzi.

Kein Fehlverhalten

Medienberichten zufolge soll Berlusconi die Freilassung einer jungen Marokkanerin angeordnet haben, die die Polizei in Gewahrsam genommen hatte. Daraufhin wurden Vorwürfe von Amtsmissbrauch gegen den 74-Jährigen laut.

Das Mädchen mit Spitznamen Ruby, das vor wenigen Tagen 18 geworden ist, sagte, sie habe den Ministerpräsidenten in seiner Villa besucht, will aber keinen Sex mit ihm gehabt haben.

Zudem wurden diese Woche neue Vorwürfe laut, er habe Sex mit einer Prostituierten gehabt. Berlusconi stritt jegliches Fehlverhalten ab und sprach von unbegründeten Angriffen. Es sei eine Lügenkampagne gegen ihn im Gang. Er verteidigte seinen Lebensstil, er liebe eben das Leben und die Frauen.

Kardinal Tettamanzi beklagte unterdessen eine Verrohung der Sitten. Wenn jemand besondere Verantwortung trage, gebe es keine Trennung zwischen öffentlichem und privatem Leben.

Die einflussreiche katholische Zeitschrift "Famiglia Cristiana" schrieb in einem Leitartikel Ende Oktober, Berlusconi sei krank, ausser Kontrolle und ein schlechtes Vorbild für die Bürger.

Meistgesehen

Artboard 1