Die Initiatoren der Eingabe, die auf der Internetseite des britischen Parlaments veröffentlicht wurde, wollen Trump zwar nicht grundsätzlich einen Besuch verwehren. Sie wenden sich aber dagegen, ihm die höchste protokollarische Form einer Visite - einen förmlichen Staatsbesuch - zu gewähren.

Teil eines solchen Staatsbesuchs wäre auch ein Empfang des Gastes mit allen Ehren durch Königin Elizabeth II. Dies würde die Königin "in eine peinliche Lage bringen", heisst es in der Petition. "Mit seiner wohl dokumentierten Frauenfeindlichkeit und seiner Vulgarität hat sich Donald Trump für einen Empfang durch Ihre Majestät die Königin oder den Prince of Wales disqualifiziert."

Muss vors Parlament

Das britische Parlament ist verpflichtet, eine Debatte über Eingaben anzusetzen, wenn diese mehr als 100'000 Unterzeichner finden. Bereits vor einem Jahr hatten die Abgeordneten im Unterhaus über den damaligen Präsidentschaftskandidaten Trump diskutiert. Eine Petition forderte damals ein komplettes Einreiseverbot für den Rechtspopulisten; sie war von 600'000 Menschen unterzeichnet worden.

Die Initiatoren der Petition hatten ihren Vorstoss damals mit der Forderung des Kandidaten Trump begründet, Muslimen die Einreise in die USA zu verweigern. Am Freitag vergangener Woche hatte Präsident Trump dann per Dekret angeordnet, dass Bürger der sieben mehrheitlich muslimischen Länder Irak, Iran, Libyen, Somalia, Syrien, Sudan und Jemen für 90 Tage keine Visa erhalten dürfen.

Die britische Premierministerin Theresa May hatte dem US-Präsidenten bei ihrem Washington-Besuch in der vergangenen Woche eine Einladung zu einem Staatsbesuch überbracht. Dieser Besuch soll den Planungen zufolge noch in diesem Jahr stattfinden.