Italien

Beppe Grillo fordert Anti-Euro-Referendum in Italien

Der italienische Oppositionspolitiker Beppe Grillo (Archiv)

Der italienische Oppositionspolitiker Beppe Grillo (Archiv)

Die italienische Protestbewegung «Fünf-Sterne» um den Starkomiker Beppe Grillo rüstet sich für eine Anti-Euro-Abstimmung. Die Bürger sollten in einem Referendum ohne Mindestbeteiligung entscheiden können, ob Italien im Euro-Raum bleibe, sagte Grillo in Parma.

Er betonte bei einer Veranstaltung seiner Bewegung am Samstag, dass er nicht gegen die EU oder den Euro sei. Er fordert jedoch den Austritt Italiens aus der Euro-Zone, die Abwertung der Lira und er will ausländische Banken zwingen, Schuldenzahlungen in der wieder eingeführten Landeswährung mit Verlusten zu akzeptieren.

Laut Grillo ist Europa "Opfer eines schizophrenischen Systems". Italien sei lediglich noch nicht pleite gegangen, "weil Deutschland und Frankreich unsere Schulden haben. Solange wir diese nicht zurückzahlen, werden wir nicht bankrott gehen", sagte der Komiker. Italiens politisches System sei nichtsdestotrotz am Ende.

Soziale Netzwerke

Die erst vor drei Jahren gegründete Protestbewegung bedient sich ähnlich der deutschen Piratenpartei des Internets, arbeitet mit Blogs und setzt auf soziale Netzwerke wie Twitter und Facebook.

Trotz ihrer Neuheit ist sie mittlerweile die zweitpopulärste politische Kraft, holte bei den Lokalwahlen im Mai 18 Prozent der Stimmen und gilt laut Umfragen jedem zweiten Italiener als wählbar. Kein Wunder, dass sich Italiens Premier Mario Monti für einen EU-Gipfel zur Bekämpfung der antieuropäischen Strömungen einsetzt.

Das Treffen, an auch EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy teilnehmen will, soll in Rom stattfinden, wo 1957 die Römischen Verträge unterschrieben wurden. Für das Treffen gibt es noch keinen Termin.

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