Indien

Bei Explosion vor Gericht in Neu-Delhi sterben mehrere Menschen

Retter transportieren einen Verletzten nach dem Anschlag in Neu-Delhi ab

Retter transportieren einen Verletzten nach dem Anschlag in Neu-Delhi ab

Knapp zwei Monate nach einer blutigen Bombenserie in Mumbai ist die indischen Hauptstadt Neu Delhi von einem Terroranschlag erschüttert worden. Bei der Explosion eines Sprengsatzes vor dem Obersten Gericht der Metropole kamen am Mittwoch elf Menschen ums Leben.

Über 60 weitere wurden nach Angaben der Polizei zum Teil schwer verletzt. "Delhi ist eine Zielscheibe von Terroristen", sagte Innenminister Palaniappan Chidambaram in einer Erklärung vor dem Parlament. Noch sei unklar, welche Gruppe die Verantwortung für den Anschlag trage.

Islamisten bekennen sich zur Tat

Die Polizei erklärte, sie prüfe ein per E-Mail eingegangenes Bekennerschreiben der Terrororganisation Harkat-ul-Dschihad-Islami (HUJI) dessen Echtheit. Die radikal-islamische Terrorgruppe mit Verbindungen zur Al-Kaida wird für mehrere Anschläge in Indien verantwortlich gemacht. Sie ist aber auch in den Nachbarländern Pakistan und Bangladesch aktiv.

Es war der erste folgenschwere Anschlag in Indien seit dem 13. Juli, als in drei Vierteln von Mumbai, dem ehemaligen Bombay, 20 Menschen bei Bombenexplosionen getötet wurden.

Ministerpräsident Manmohan Singh äusserte sich von seiner Reise nach Bangladesch aus. "Wir werden uns niemals dem Druck der Terroristen beugen", sagte er. "Das ist ein langer Krieg, in dem alle Parteien und alle Bürger Indiens vereint sein müssen, um die Geissel des Terrorismus zu zerschlagen", erklärte Singh.

Bombe in Aktentasche

Innenstaatssekretär R.K. Singh sagte Reportern, der Sprengsatz sei in einer Aktentasche versteckt gewesen. Einsatzkräfte riegelten den Tatort weiträumig ab und nahmen Ermittlungen auf. In Neu Delhi und anderen Grossstädten des Landes wurden die Sicherheitsvorkehrungen vor wichtigen Gebäuden und Einrichtungen der Regierung verschärft.

Nach Medienberichten war die Bombe am Vormittag (Ortszeit) kurz vor den ersten geplanten Anhörungen des Tages vor einem der Haupteingänge des Gerichtsgebäudes explodiert. Zum Zeitpunkt der Detonation hatten sich mehr als 150 Menschen vor Tor 5 versammelt und auf Einlass gewartet.

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