RiaDie Wahlbeteiligung war aber schwach, wie Beobachter und Journalisten berichteten. Viele Wahlberechtigte erklärten, die Kommunalpolitiker hätten zu wenig Macht und seien zum Teil wenig professionell. "Wir wollen echte Reformen, nicht dieses Theater", erklärte ein saudischer Aktivist über den Kurzmitteilungsdienst Twitter.

Die mehr als 1,2 Millionen Wähler waren dazu aufgerufen, die Hälfte der rund 2000 Mandate auf Kommunalebene zu vergeben. Das amtliche Endergebnis wird für Samstag erwartet. Die andere Hälfte der Räte wird von der Regierung, in der die Königsfamilie das Sagen hat, ernannt.

Andere Wahlen als die Kommunalwahl gibt es in Saudi-Arabien bisher nicht; erstmals wurde 2005 gewählt. Weil Frauen auch diesmal nicht zur Wahl zugelassen waren, hatten zahlreiche Intellektuelle und Bürgerrechtler zum Boykott des Urnengangs aufgerufen.

Frauen aufs nächste Mal vertröstet

Frauen sollen erst bei der nächsten Runde, die theoretisch in vier Jahren stattfinden soll, als Wähler und Kandidatinnen zugelassen werden.

Dies hatte König Abdallah am Sonntag per Dekret festgelegt. Er hatte gleichzeitig auch eine Mitgliedschaft von Frauen im Schura-Rat - eine Art Beratungsgremium, dessen Mitglieder der König auswählt - in Aussicht gestellt.

Ein Leben mit Verboten

Zahlreiche Verbote schränken das Leben von Frauen in Saudi-Arabien ein. So dürfen sie nicht ohne männliche Begleitung das Haus verlassen oder alleine reisen.

Auch ist ihnen das Autofahren verboten. Erst am Montag hatte ein Gericht in Dschiddah eine Frau zu zehn Peitschenhieben verurteilt, weil sie sich hinter ein Steuer gesetzt hatte. König Abdallah begnadigte die Frau dann aber.