Syrien

Ban warnt Assad vor dem Einsatz chemischer Waffen

Ban Ki Moon fordert Mitgliedsländer der UNO auf, ihre Hilfe zu verstärken (Archiv)

Ban Ki Moon fordert Mitgliedsländer der UNO auf, ihre Hilfe zu verstärken (Archiv)

UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon hat den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad vor einem Einsatz chemischer Waffen gegen die eigene Bevölkerung gewarnt.

Dies wäre ein "abscheuliches Verbrechen", sagte Ban nach dem Besuch eines Flüchtlingslagers in der türkischen Grenzstadt Islahiye.

"In letzter Zeit erreichen uns alarmierende Nachrichten, dass die syrische Regierung den Einsatz chemischer Waffen vorbereitet", sagte Ban am Freitag. Eine Bestätigung gebe es dafür allerdings nicht.

Der UNO-Generalsekretär erklärte erneut, er habe Assad in einem Brief dazu gedrängt, "unter keinen Umständen chemische Waffen einzusetzen". Zudem habe er Assad vor schwerwiegenden Konsequenzen gewarnt.

Die USA hatten den Einsatz chemischer Waffen als "rote Linie" bezeichnet und mit Konsequenzen gedroht. Die syrische Regierung bestreitet, entsprechende Pläne zu haben.
Appell an Sicherheitsrat

Den UNO-Sicherheitsrat rief Ban zu einem geeinten Vorgehen auf. Die Gewalt in Syrien könne nur mit einer politischen Lösung beendet werden, zitierte die türkische Nachrichtenagentur Anadolu den UNO-Generalsekretär.

"Die Kämpfe führen zu immer mehr Toten, zu Strassen voller Blut", sagte Ban. Der Türkei dankte er für die "Politik der offenen Tür" den Syrern gegenüber.

Flüchtlingslager besucht

Bei seinem Besuch in einem weiteren Flüchtlingslager in Jordanien hatte der UNO-Generalsekretär zuvor mehr Hilfe für die syrischen Flüchtlinge gefordert. In den vergangenen Wochen habe sich die Zahl derer verdreifacht, die aus Syrien geflohen seien, sagte Ban im Lager Saatari im Norden Jordaniens.

In der Türkei halten sich inzwischen über 130'000 Flüchtlinge auf, die in Zeltlagern und Containerdörfern im Grenzgebiet untergebracht sind. In Saatari leben derzeit rund 45'000 syrische Flüchtlinge, in ganz Jordanien 250'000.

Die UNO erwartet, dass bis Anfang nächstes Jahr 700'000 Menschen aus Syrien geflohen sein werden. Derzeit wird die Gesamtzahl der Flüchtlinge auf 500'000 geschätzt, dazu kommen weitere zwei Millionen Menschen, die innerhalb Syriens in Notunterkünften leben.

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