"Sie stehen vor vielen ernsthaften Herausforderungen, aber Sie haben auch äusserst wichtige Schritte unternommen, auf eine Weise voranzukommen, die den Wünschen der Bevölkerung des Landes entsprechen kann", sagte Ban am Sonntag laut einer UNO-Erklärung bei einem Treffen mit nigerianischen Gouverneuren in Abuja.

Trotz der anhaltenden Gewalt durch Boko Haram sprach Ban von einer "Zeit der Hoffnung". "Ich möchte Sie und alle nigerianischen Führer für den friedlichen demokratischen Machtwechsel loben."

Im Mai hatte Muhammadu Buhari Goodluck Jonathan an der Staatsspitze abgelöst. Präsident Buhari kündigte einen entschlossenen Kampf gegen Boko Haram an, seitdem nahm die Gewalt der Extremistengruppe zu. Bei Bans Nigeria-Besuch steht auch ein Treffen mit Buhari auf dem Programm.

Gedenken an Angriff auf UNO-Vertretung

Ausserdem will Ban am Montag des Boko-Haram-Anschlags auf die UNO-Vertretung in Abuja am 26. August 2011 gedenken. Zu Ehren der 21 Todesopfer des Bombenattentats von damals will der UNO-Generalsekretär einen Kranz niederlegen.

Vertreter der Kampagne "Bring Back Our Girls" (Bringt unsere Mädchen zurück) teilten ausserdem mit, Ban werde sich auch mit ihnen treffen. Die Kampagne setzt sich international für die Befreiung von mehr als 200 Schülerinnen ein, die im April 2014 aus einem Internat in Chibok im nördlichen Bundesstaat Borno von Boko Haram entführt worden waren.

Mindestens 15'000 Todesopfer

Die Islamistengruppe Boko Haram kämpft seit 2009 im mehrheitlich muslimischen Norden Nigerias gegen den Staat. Im vergangenen Jahr weitete sie ihre Angriffe auf die Nachbarländer Kamerun, Niger und Tschad aus. Diese Länder schlossen sich daraufhin dem Kampf gegen Boko Haram an, so dass die Extremisten an mehreren Fronten zurückgedrängt wurden.

Allein seit der Machtübernahme durch Buhari wurden in dem Konflikt jedoch mehr als tausend Menschen getötet, insgesamt gab es mindestens 15'000 Todesopfer. Am Sonntag, kurz vor Bans Ankunft, entkam Nigerias Armeechef einem Anschlag der Islamisten. Armeechef Tukur Buratai blieb nach Armeeangaben unverletzt.

In Kürze soll eine mulitnationale Truppen bestehend aus 8700 Soldaten aus Ngeria, Niger, Kamerun, Benin und dem Tschad den Kampf gegen Boko Haram aufnehmen.