Der unter den Serben äusserst populäre russische Präsident wurde in Belgrad nicht nur mit militärischen Ehren, sondern auch mit Glockengeläut von orthodoxen Kirchen begrüsst. Als erster Träger überhaupt erhielt er zudem den im Jahr 2009 geschaffenen höchsten Staatsorden, den Orden der Republik ersten Ranges.

Putin besuchte einen russischen Soldatenfriedhof und ein Denkmal für die Befreier der damaligen jugoslawischen Hauptstadt. Die Sowjetarmee hatte gemeinsam mit den kommunistischen Partisanen ihres Führers Josip Broz Tito die deutschen Okkupanten 1944 nach dreieinhalb Jahren vertrieben.

Im Gedenken daran organisierte Serbien eine grosse Militärparade. 4500 Soldaten defilierten vor Putin und der heimischen Staats- und Regierungsspitze. Etwa 300 Fahrzeuge, darunter Panzer und Geschütze, rollten an der Ehrentribüne vorbei.

Gezeigt wurden in Serbien produzierte Drohnen, Haubitzen und Flugzeuge. Auch die russische Flugschautruppe Strizi (Die Flinken) nahm mit ihren MIG-29-Maschinen teil. Die Opposition hatte die hohen Kosten des Militäraufmarsches in dem verarmten Land kritisiert, über deren Höhe die Regierung Stillschweigen bewahrte.

Abkommen unterzeichnet

Im Rahmen des Putin-Besuchs wurden mehrere bilaterale Abkommen unterzeichnet, darunter über die Modernisierung der serbischen Eisenbahn, für die Moskau bereits 2012 einen Kredit in Höhe von 800 Mio. Dollar zur Verfügung gestellt hatte.

Vereinbart wurden ferner militärtechnische Zusammenarbeit, der wechselseitige Schutz von Geheimdaten, aber auch die Rückführung.

Unterzeichnet wurde auch ein Protokoll zwischen dem russischen Gasriesen Gazprom und der Regierung, offenbar zur Restrukturierung des verschuldeten staatlichen Gasunternehmens Srbijagas. (sda)