Menschen am Autosteuer werden in Zukunft als Sicherheitsrisiko verboten - das sagt Raúl Rojas voraus. Mit seinem Team von der Freien Universität Berlin hat der Forscher ein Roboter-Fahrzeug entwickelt. Nur auf den ersten Blick erinnert es an einen normalen VW Passat; er wird per Satellit gesteuert - oder per iPad.

Und so funktionierts: Dank eines rotierenden Sensors auf dem Dach nimmt das Fahrzeug permanent im Umkreis von 70 Metern alles wahr, während die menschliche Aufmerksamkeit sich nur in eine Richtung fokussiert. Das Auto kann die Spur halten, Kreuzungen berücksichtigen, Hindernissen ausweichen sowie Abstände und Geschwindigkeiten dem fließenden Verkehr anpassen.

«In zehn Jahren auf der Autobahn»

Nach Einschätzung der Wissenschaftler sind diese Autos nicht die weite, sondern die mittelfristige Zukunft. «In fünf bis zehn Jahren werden autonome Fahrzeuge bereits auf privatem Gelände wie Flughäfen agieren, in zehn bis zwanzig Jahren auf der Autobahn und in spätestens 30 Jahren auch unter den komplexen Bedingungen in der Stadt», sagt Rojas, der national mit seinem Projekt in Konkurrenz zu den Unis in München, Karlsruhe und Braunschweig steht.

Trotz der Erfolge drohen die deutschen Projekte beim autonomen Fahren international abgehängt zu werden. An vorderster Front steht derzeit der Internetkonzern Google. Dessen Gründer Larry Page hat schon als Junge solarbetriebene Autos gebaut und sich nun dem fahrerlosen Fahren verschrieben. (jep)