Syrien

Autobombenanschläge in Damaskus fordern Dutzende Todesopfer

Aufnahme von Anfang November nach einem Anschlag in Damaskus (Archiv)

Aufnahme von Anfang November nach einem Anschlag in Damaskus (Archiv)

Bei zwei Autobombenanschlägen in der syrischen Hauptstadt Damaskus sind mindestens 34 Menschen ums Leben gekommen. Die Bomben explodierten am Mittwochmorgen im Stadtteil Dscharamana, wie die amtliche Nachrichtenagentur SANA meldete.

Nach Angaben der oppositionellen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte starben bei den Anschlägen sogar 54 Menschen. Etwa 120 weitere Menschen seien bei den Anschlägen verletzt worden.

In dem Viertel Dscharamana im Osten von Damaskus leben vor allem Christen und Drusen, die als Unterstützer des Präsidenten Baschar al-Assad gelten, der selbst zur Minderheit der Alawiten gehört. Zu den Anschlägen bekannte sich zunächst niemand.

Obwohl die Opposition im syrischen Bürgerkrieg keinesfalls geeint auftritt, wird sie vorwiegend von Sunniten getragen. Die Aufständischen haben wiederholt die religiösen Minderheiten ins Visier genommen, denen sie Unterstützung des Regimes vorwerfen. In dem Kampf gegen die Regierung sollen auch vermehrt islamistische Kämpfer auftreten.

Kampfflugzeug abgeschossen

Rebellen und Regierungstruppen kämpfen in Damaskus in mehreren Stadtteilen um die Vorherrschaft. In der nördlichen Provinz Aleppo schossen die durch Lieferungen aus dem Ausland gestärkten Rebellen nach eigenen Angaben mit Luftabwehrraketen ein Kampfflugzeug ab.

In einem von Oppositionellen ins Internet gestellten Video war ein stark blutender Mann in einem grünen Overall zu sehen. Im Kommentar hiess es, es handle sich um einen Piloten, der auf Häuser von Zivilisten gefeuert habe.

In einem anderen Video war eine rauchende Heckflosse zu sehen, die laut Rebellen zu einer sowjetischen MiG-23 gehörte. Nachprüfen lassen sich die Angaben kaum: Die Regierung hat die Berichterstattung stark eingeschränkt.

Oppositionslager zerstritten

Eine erst vor kurzem unter dem Druck des Auslands gebildete Koalition der Regierungsgegner traf sich in Kairo zu ihrer ersten Sitzung. Die Oppositionellen wollten sich auf die Bildung einer Übergangsregierung verständigen, die vom Westen und Arabischen Staaten zur Bedingung für eine weitere Unterstützung gemacht wird.

"Ziel ist es, einen Ministerpräsident für eine Übergangsregierung zu benennen, oder zumindest eine Kandidaten-Liste aufzustellen", sagte Suhair al-Atassi, einer der beiden Vizepräsidenten der Koalition. Allerdings ist nicht nur die Exilopposition zerstritten. Auch nehmen die Rivalitäten mit den Rebellen zu, die in Syrien kämpfen.

In dem arabischen Land sind bisher rund 40'000 Menschen ums Leben gekommen, darunter Soldaten, Rebellen und Zivilisten. Ein UNO-Ausschuss verurteilte mit breiter Mehrheit die "schweren und systematischen" Menschenrechtsverletzungen durch syrische Sicherheitskräfte und die regierungstreuen Schabiha-Milizen.

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