Australien

Australisches Unterhaus erklärt Aborigines zu ersten Einwohnern

Junge Tänzer lassen an einem Aborigine-Festival in Queensland die Kultur von Australiens Ureinwohner wieder aufleben (Archiv)

Junge Tänzer lassen an einem Aborigine-Festival in Queensland die Kultur von Australiens Ureinwohner wieder aufleben (Archiv)

Das australische Unterhaus hat die Ureinwohner des Landes offiziell zu den ersten Bewohnern Australiens erklärt. Der Gesetzesvorschlag passierte die Parlamentskammer am Mittwoch einstimmig und soll nun im Oberhaus zur Abstimmung gestellt werden.

Dort gilt eine Zustimmung ebenfalls als sicher. Die offizielle Anerkennung der Aborigines als erste Einwohner des Landes erfolgt genau fünf Jahre nach der Entschuldigung des früheren Regierungschefs Kevin Rudd bei den Ureinwohnern für in der Vergangenheit begangenes Unrecht.

Premierministerin Julia Gillard erklärte, die Abstimmung sei ein Zeichen, dass die Abgeordneten entschlossen seien, begangenes Unrecht wiedergutzumachen.

Ursprünglich hatte die Regierungschefin eine Volksabstimmung zur Änderung der Verfassung und einer entsprechenden Anerkennung der Aborigines angestrebt, dies aber aufgrund mangelnder öffentlicher Unterstützung zunächst auf Eis gelegt. In einem Jahr soll ein neuer Versuch gestartet werden.

Benachteiligte Bevölkerungsgruppe

Jede Änderung der australischen Verfassung muss durch ein Referendum gebilligt werden. 1967 wurden die Aborigines mit einem Referendum zu gleichwertigen Bürgern erklärt.

Die Aborigines gelten als die am meisten benachteiligte Bevölkerungsgruppe Australiens. Beispielsweise weisen sie eine geringere Lebenserwartung und höhere Kindersterblichkeit auf.

Bei der Ankunft der ersten britischen Siedler im Jahr 1788 sollen in Australien etwa eine Million Aborigines gelebt haben. Heute beträgt ihre Zahl nur noch 470'000. In Australien leben 22 Millionen Menschen.

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