Australien

Australien hält Verfassungsreferendum über Ureinwohner ab

Die Aborigines beklagen Diskriminierung (Symbolbild)

Die Aborigines beklagen Diskriminierung (Symbolbild)

In Australien hat die neue Regierung eine Volksabstimmung angekündigt, um die Anerkennung der Ureinwohner in der Verfassung festzuschreiben. Die Abstimmung dürfte frühestens in einem Jahr stattfinden.

Australien habe durch Unterstützung im Parlament und weite Teile der Bevölkerung nun die Möglichkeit, diesen Schritt zu tun, sagte Premierministerin Julia Gillard am Montag.

Nötig sei aber ein möglichst breiter Konsens, denn bei einem Scheitern des Referendums werde es so schnell keine zweite Chance geben. Deshalb solle die Volksabstimmung nicht vor Ablauf eines Jahres abgehalten werden.

Die Zahl der Ureinwohner in Australien wurde ursprünglich auf mehr als eine Million geschätzt. Heute beträgt die Zahl der Aborigines nur noch etwa 470 000 bei einer Gesamtbevölkerung von 22 Millionen Menschen.

Stark benachteiligt

Sie sind die ärmste Minderheit des riesigen Landes. Die Lebenserwartung von männlichen Ureinwohnern liegt immer noch um 11,5 Jahre unter der des Durchschnittsaustraliers, die Aborigines beklagen Diskriminierung, und Arbeitslosigkeit ist unter ihnen weit verbreitet.

In einem viel beachteten Schritt hatte sich im Februar 2008 der damalige australische Premierminister Kevin Rudd bei den Ureinwohnern für das Unrecht entschuldigt, das ihnen während zwei Jahrhunderten weisser Siedlerherrschaft angetan wurde.

Die Grünen hatten die Volksabstimmung zu den Aborigines zur Bedingung für eine Koalition mit der Sozialdemokratin Gillard gemacht, nachdem deren Labor Party (ALP) bei den Wahlen im August alleine keine Mehrheit hatte.

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