Tierschutz

Aus Aprilscherz wird Ernst: Japanische Katzen sollen eigene Insel erhalten

In Inselparadies für Katzen.

In Inselparadies für Katzen.

Eine Tierschutzorganisation will eine unbewohnte Insel kaufen und zu einem Paradies für Katzen machen. Die angekündigte Unabhängigkeitserklärung bleibt jedoch ein Scherz.

Eigentlich war die ganze Sache nur als Aprilscherz gedacht. Am 1. April hatte die Tierschutzorganisation Neco Republic (Katzenrepublik) eine Schwarmfinanzierungskampagne angekündigt, um eine der vielen unbewohnten japanischen Inseln zu kaufen und dort eine unabhängige Katzenrepublik auszurufen. Doch nun soll das Projekt tatsächlich umgesetzt werden.

22 Milliarden Yen (200 Millionen Franken) wollten Neco-Republic-Chef Asaka Nakama und seine Kollegen ursprünglich per Online-Aufruf sammeln. Damit hätten der Inselkauf und der Bau von grosszügigen Katzenspielstätten finanziert werden sollen, genau wie der Aufbau eines Krankenversicherungssystems für Katzen, inklusive Hospizbetreuung für sterbenskranke Tiere.

Aus dem Scherz wird Ernst

Als Gegenleistung für die Investitionen wollte Nakama seinen Online-Unterstützern Wohnrecht beziehungsweise Wohnfläche auf der Katzeninsel zur Verfügung stellen. Obwohl Nakama das Projekt schnell als Scherz enttarnt hat, sei die Reaktion von Japans Katzenliebhabern überwältigend gewesen, erzählt er. Er habe so viele positive Rückmeldungen bekommen, dass er nun tatsächlich überlegt, das Projekt in die Tat umzusetzen, erklärt Nakama. Die Unabhängigkeitserklärung wird wohl ein Scherz bleiben, doch eine passende Insel für das Katzenparadies dürfte schnell gefunden sein. Schliesslich leiden im Zuge des rapiden demografischen Wandels vor allem ländliche Regionen unter massivem Bevölkerungsschwund. Immer mehr kleine Inseln werden aufgegeben, sobald die letzten Bewohner in Altersheime auf dem Festland umziehen müssen.

Wie genau das Katzenparadies aussehen soll, wissen Nakama und seine Mitstreiter noch nicht. Auf keinen Fall soll es eine Insel voll streunender Katzen werden, die mehr oder weniger sich selbst überlassen sind, so Nakama. Das Projekt soll vielmehr ein gleichberechtigtes Zusammenleben von Mensch und Tier realisieren und viele Kontaktmöglichkeiten bieten, die beiden Spezies ein glückliches und erfülltes Leben versprechen.

Bislang haben sich Nakama und seine Organisation vor allem um streunende Tiere gekümmert. In mehreren japanischen Grossstädten haben die Tierschützer bereits trendige Katzencafés eröffnet, in denen ausschliesslich herrenlose Tiere «arbeiten». Gäste dürfen die Katzen streicheln und mit ihnen spielen – und wenn sie sie richtig lieb gewonnen haben, auch als neue Besitzer mit nach Hause nehmen.

Café für aidskranke Katzen

Im vergangenen Jahr hat die Organisation in Tokio das erste Café mit aidskranken Katzen eröffnet. Die Tiere sind mit dem FI-Virus infiziert und oft viele Jahre völlig symptomfrei. Das Virus ist nicht auf den Menschen übertragbar und wird auch unter Katzen nur zum Beispiel durch tiefe Bisswunden übertragen. Zwar erfreuen sich die Cafés genau wie andere Tiercafés in den Metropolen der drittgrössten Volkswirtschaft der Welt grosser Beliebtheit. Doch Nakama und seine Kollegen tun sich schwer, ein neues Zuhause für die ehemaligen Strassenkatzen zu finden, ganz besonders für die aidskranken Tiere.

Wie gross die Unterstützung für die Katzeninsel letztlich sein wird, bleibt abzuwarten. Sobald 10 000 Katzenfans ihr Interesse bekundet haben, soll die Schwarmfinanzierungsaktion starten. Diesmal im Ernst.

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