China

Aufnahmen zeigen gewaltige Explosionen – Zahl der Toten auf 44 gestiegen

Massive Explosion in Chinas Grossstadt Tianjin

Massive Explosion in Chinas Grossstadt Tianjin

In der chinesischen Millionenstadt Tianjin haben sich zwei gewaltige Detonationen ereignet, wie Videos zeigen. Mindestens 44 Menschen verloren dabei ihr Leben. Die Ursache ist unklar.

Die Zahl der Toten bei den gewaltigen Explosionen in der chinesischen Metropole Tianjin ist auf 44 gestiegen. Unter den Opfern seien auch zwölf Feuerwehrleute, berichtete die staatliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua am Donnerstag unter Berufung auf Rettungskräfte.

520 Menschen wurden demnach ins Spital gebracht, 66 davon schweben in Lebensgefahr.

Massive Explosion in Chinas Grossstadt Tianjin

Massive Explosion in Chinas Grossstadt Tianjin

Satellitenaufnahmen der massiven Explosion in Chinas Grossstadt Tianjin

Satellitenaufnahmen der massiven Explosion in Chinas Grossstadt Tianjin

Nach den heftigen Explosionen in der Millionenstadt Tianjin versuchen die chinesischen Behörden, die Kontrolle über Informationen vom Unglücksort zu gewinnen. Mit Absperrseilen sorgte die Polizei dafür, dass Journalisten und Zuschauer nicht dichter als einige Kilometer an die Explosionsstelle herankamen. 

Nutzerbeiträge in Sozialen Medien gelöscht

Auf dem in China populären Kurznachrichtendienst Weibo beschwerten sich etliche Nutzer, dass ihre Posts über die Detonationen gelöscht worden seien.

Dass die chinesischen Behörden Informationen nach Grossereignissen kontrollieren wollen, ist nicht unüblich. Fotos von Schaulustigen, die einen gigantischen Feuerball und eine pilzförmige Rauchwolke zeigten, verbreiteten sich in den sozialen Netzwerken äusserst schnell.

Container mit Sprengstoff

Nach Angaben des Parteiorgans "People's Daily" war am späten Mittwochabend in einem Lagerhaus in Tianjin ein Container mit Sprengstoff explodiert. Xinhua schrieb, die beiden gewaltigen Detonationen hätten sich gegen 23.30 Uhr Ortszeit (18.30 Uhr MESZ) in einem Lagerhaus für Gefahrgut ereignet.

Die genaue Ursache war zunächst unklar. Rund um den Explosionsort gibt es viele Baustellen für Wohn- und Bürohäuser. Die behelfsmässigen Unterkünfte der Bauarbeiter wurden durch die Explosionen zerstört. 

Feuer in Tianjin nach der riesigen Explosion

Feuer in Tianjin nach der riesigen Explosion

Explosion von Erdbebendienst registriert

Diese waren so stark, dass sie vom nationalen Erdbebenzentrum registriert wurden. Dieses erklärte, die erste Explosion habe die Kraft von drei Tonnen TNT gehabt, während die zweite Explosion der Detonation von sogar 21 Tonnen des Sprengstoffs entsprochen habe. Die Druckwelle der Explosionen war kilometerweit zu spüren.

Karte von Tijuan

Die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete, ein Container mit Sprengstoff sei in die Luft geflogen. Unklar ist die Ursache. Nach der ersten Explosion hat das Feuer auf weitere Lagerhäuser übergriffen, in denen sich dann eine Reihe weiterer Explosionen ereignete. Gebäude von einem Dutzend Logistikfirmen sind demnach komplett zerstört worden.

Dutzende Löschfahrzeuge

"People's Daily" schrieb im Kurznachrichtendienst Weibo weiter, ein Grossbrand, der durch die Explosionen ausgelöst worden sei, habe einige Menschen eingeschlossen. Zehn Einsatzteams der Feuerwehr und Dutzende Löschfahrzeuge seien zur Bekämpfung des Feuers im Einsatz, berichtete Xinhua. Zwei Feuerwehrleute werden demnach vermisst.

Ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichtete, dass noch drei Kilometer vom Explosionsort entfernt zersprungene Fensterscheiben zu sehen waren. Auch Stunden nach den Explosionen stiegen dichte Rauchsäulen über dem Unglücksort auf.

Auf Videos in sozialen Netzwerken war ein gewaltiger, pilzförmiger Feuerball zu sehen. Auch Fotos von blutverschmierten Menschen, die auf der Strasse lagen und Fotos von beschädigten Gebäuden wurden in sozialen Netzwerken gepostet.

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Manager offenbar festgenommen

"Ich habe Fernsehen geguckt und plötzlich draussen rotes Licht schimmern gesehen. Dann gab es einen grossen Knall und das ganze Haus wackelte. Ich war geschockt und konnte mich nicht bewegen. Mein Vater kam ins Zimmer und zog mich auf die Strasse", sagte die 21-Jährige Studentin Liu, die in unmittelbarer Nähe des Hafens wohnt, der Nachrichtenagentur dpa.

In einer Rede an die Menschen von Tianjin kündigte Chinas Präsident Xi Jinping an, das Unglück werde "genau untersucht" werden und die "Verantwortlichen streng bestraft" werden. Manager der Firma sind laut Xinhua festgenommen und verhört worden.

Hunderte Menschen hatten sich laut Staatsmedien bislang zum Blutspenden gemeldet. Tianjin hat mehr als 10 Millionen Einwohner und ist eine bedeutende Hafenstadt östlich von Peking.

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