Ebola-Epidemie

Auch British Airways streicht wegen Ebola Flüge nach Westafrika

British Airways fliegt nicht mehr in Ebola-Länder

British Airways fliegt nicht mehr in Ebola-Länder

Wegen der Ebola-Epidemie in Westafrika setzt nun auch British Airways die Flüge in das Krisengebiet aus. Zunächst bis Ende des Monats werden Sierra Leone und Liberia nicht mehr angeflogen.

Die Gesundheit und Sicherheit von Passagieren, Besatzung und Bodenpersonal habe höchste Priorität, teilte die Muttergesellschaft IAG mit. Die Epidemie war im Februar in Guinea ausgebrochen, ihr Schwerpunkt hat sich aber inzwischen nach Sierra Leone und Liberia verlagert.

Auch das Lufthansa-Flugziel Nigeria ist mittlerweile betroffen. Hier wurden drei neue Fälle gemeldet. Insgesamt befinden sich zurzeit acht Nigerianer in Quarantäne. Bislang gebe es aber keine Einschränkungen für Flüge nach Lagos, sagte ein Lufthansa-Sprecher. Jedoch beobachte der Konzern die Situation sehr genau.

Als erste grosse internationale Fluggesellschaft hat die arabische Emirates wegen der Ebola-Seuche am Samstag ihre Flüge nach Guinea eingestellt. In Saudi-Arabien wurde ein Geschäftsmann nach seiner Rückkehr aus Sierra Leone mit Ebola-ähnlichen Symptomen ins Spital gebracht.

Internationale Finanz-Hilfe

Zur Bekämpfung der Ebola-Krankheit will die internationale Gemeinschaft den betroffenen Staaten in Westafrika mit Millionen-Krediten unter die Arme greifen. Es seien viele Menschenleben in Gefahr, wenn die Epidemie nicht gestoppt werde, erklärte Weltbank-Präsident Jim Yong Kim.

Sein Institut werde Liberia, Sierra Leone und Guinea insgesamt 200 Millionen Dollar zu Verfügung stellen. Von der Afrikanischen Entwicklungsbank sollen weitere 60 Millionen Dollar fliessen.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte in der vergangenen Woche mit einem Sofortprogramm von 100 Millionen Dollar auf den bislang schwersten Ausbruch der Seuche reagiert. Nach Einschätzung der der WHO ist die Ebola-Epidemie ausser Kontrolle geraten.

Beim jetzigen Ausbruch sind bisher 887 Menschen ums Leben gekommen. Die Krankheit ist sehr ansteckend. Das Virus führt in 60 bis 90 Prozent aller Fälle zum Tod. Medikamente dagegen gibt es nicht, doch steigert eine frühzeitige Behandlung die Überlebenschancen.

Soldaten im Einsatz

In Sierra Leone und Liberia sind seit Montag Hunderte Soldaten zur Eindämmung der Epidemie im Einsatz. Sie sollen unter anderem besonders betroffene Orte unter Quarantäne stellen.

Lange Kolonnen aus Militärfahrzeugen sind auf dem Weg in den äussersten Osten Sierra Leones, wo besonders viele Ebola-Fälle aufgetreten waren.

Ein Militärsprecher sagte, an dem Einsatz seien 750 Soldaten beteiligt. Sie würden sich in der Ortschaft Bo sammeln, bevor sie die Einhaltung der Quarantäne in nahegelegenen infizierten Gemeinden überwachen sollten. Die Polizei richtete Kontrollpunkte und Strassensperren ein, um Erkrankte am Verlassen der Gegend zu hindern.

Ein Reuters-Mitarbeiter aus Liberias Hauptstadt Monrovia berichtete, einige Spitäler hätten geschlossen, weil sich die Ärzte vor einer Infektion mit dem Virus fürchteten. Bislang sind mehr als 60 Ärzte an Ebola gestorben.

Testserum

In Atlanta im US-Bundesstaat Georgia kam am Dienstag die Krankenschwester Nancy Writebol an, die sich in Liberia mit Ebola angesteckt hatte. Am Samstag war bereits der US-Arzt Kent Brantly, der sich ebenfalls in Liberia infiziert hatte, in einem Spezialflugzeug in Atlanta eingetroffen. Der Zustand des 33-Jährigen hat sich seither verbessert.

Die beiden infizierten amerikanischen Helfer wurden einer Hilfsorganisation zufolge mit einem Testserum der Biotech-Firma Mapp Biopharmaceutical behandelt. Es gebe erste Anzeichen, dass sich ihr Zustand dadurch verbessert habe, erklärte die Organisation dem Sender CNN. Bislang ist kein wirksames Medikament gegen Ebola bekannt.

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